{"id":231,"date":"2013-11-12T06:00:17","date_gmt":"2013-11-12T06:00:17","guid":{"rendered":"http:\/\/www.jugendszenen.com\/?post_type=portfolio&#038;p=231"},"modified":"2022-01-13T13:18:48","modified_gmt":"2022-01-13T13:18:48","slug":"skinheadz","status":"publish","type":"portfolio","link":"http:\/\/www.jugendszenen.com\/?portfolio=skinheadz","title":{"rendered":"Skinheads"},"content":{"rendered":"<div class=\"flex_column av_one_half  flex_column_div first  avia-builder-el-0  el_before_av_one_half  avia-builder-el-first  \" ><section class=\"av_textblock_section \"  itemscope=\"itemscope\" itemtype=\"https:\/\/schema.org\/CreativeWork\" ><div class='avia_textblock  '   itemprop=\"text\" ><h1>Szeneprofil: <span style=\"color: #88bbc8;\">Skinheads<\/span><\/h1>\n<\/div><\/section><\/div><div class=\"flex_column av_one_half  flex_column_div   avia-builder-el-2  el_after_av_one_half  el_before_av_one_third  \" ><\/div><\/p>\n<div class=\"flex_column av_one_third  flex_column_div first  avia-builder-el-3  el_after_av_one_half  el_before_av_two_third  column-top-margin\" ><p><div   data-autoplay='true'  data-interval='5'  data-animation='slide'  data-show_slide_delay='30'  class='avia-content-slider-element-container avia-content-slider-element-slider avia-content-slider avia-smallarrow-slider avia-content-slider-active avia-content-slider1 avia-content-slider-odd  avia-builder-el-4  el_before_av_team_member  avia-builder-el-first  ' ><div class='avia-smallarrow-slider-heading  no-content-slider-heading '><div class='new-special-heading'>&nbsp;<\/div><\/div><div class='avia-content-slider-inner'><div class='slide-entry-wrap'><section class='slide-entry flex_column post-entry slide-entry-overview slide-loop-1 slide-parity-odd  post-entry-last  av_fullwidth first'  itemscope=\"itemscope\" itemtype=\"https:\/\/schema.org\/CreativeWork\" ><div class='slide-entry-excerpt entry-content'  itemprop=\"text\" ><p><a href=\"http:\/\/www.jugendszenen.com\/wp-content\/uploads\/2013\/11\/thumb_014.jpg\"><img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" class=\"alignnone size-full wp-image-333\" src=\"http:\/\/www.jugendszenen.com\/wp-content\/uploads\/2013\/11\/thumb_014.jpg\" alt=\"\" width=\"170\" height=\"221\" \/><\/a><\/p>\n<\/div><\/section><\/div><\/div><\/div><br \/>\n<section  class='avia-team-member   avia-builder-el-5  el_after_av_content_slider  avia-builder-el-last '  itemscope=\"itemscope\" itemtype=\"https:\/\/schema.org\/Person\" ><h3 class='team-member-name'    itemprop=\"name\" >Klaus Farin<\/h3><div class='team-member-job-title '   itemprop=\"jobTitle\" >Autor<\/div><span class='hidden team-member-affiliation'  itemprop=\"affiliation\" >Jugendszenen.com<\/span><\/section><\/p><\/div>\n<div class=\"flex_column av_two_third  flex_column_div   avia-builder-el-6  el_after_av_one_third  avia-builder-el-last  column-top-margin\" ><div  class=\"tabcontainer   sidebar_tab sidebar_tab_right border_tabs  avia-builder-el-7  avia-builder-el-no-sibling \" role=\"tablist\">\n\n<section class=\"av_tab_section\"  itemscope=\"itemscope\" itemtype=\"https:\/\/schema.org\/CreativeWork\" ><div aria-controls=\"tab-id-1-content\" role=\"tab\" tabindex=\"0\" data-fake-id=\"#tab-id-1\" class=\"tab active_tab\"  itemprop=\"headline\" >Intro, History &amp; Literatur<\/div>\n<div id=\"tab-id-1-content\" class=\"tab_content active_tab_content\" aria-hidden=\"false\">\n<div class=\"tab_inner_content invers-color\"  itemprop=\"text\" >\n<p><strong>Intro<\/strong><\/p>\n<p>Die Bezeichnung \u2018Skinhead\u2019 (\u00fcbersetzt: \u2018Hautkopf\u2019) setzte sich Ende der 1960er Jahre in Gro\u00dfbritannien unter mehreren anderen Begriffen (\u2018Egghead\u2019, \u2018Baldhead\u2019 usw.) f\u00fcr die neue \u2018kurzhaarige\u2019 Jugendkultur durch. Dabei trug die erste Skinhead-Generation keineswegs \u2018Glatze\u2019, sondern eine \u2018Mecki-Frisur\u2019. Doch in den sp\u00e4ten \u2013 durch Langhaarschnitte gekennzeichneten \u2013 sechziger Jahren des vergangenen Jahrhunderts gen\u00fcgte das, um als extrem aufzufallen.<br \/>\nSich von Hippies und anderen B\u00fcrgerkindern abzugrenzen, war auch ein zentrales Anliegen der Skinheads, die allesamt Arbeiterjugendliche waren und mit ihrer Kultur die scheinbar \u2018gute, alte Zeit\u2019, in der der Arbeiter noch etwas wert und M\u00e4nner noch richtige M\u00e4nner sein durften, magisch wiederbeleben wollten.<br \/>\nSkinhead gilt heute als Inbegriff einer militanten rechtsextremen Jugendkultur. Die Realit\u00e4t ist vielf\u00e4ltiger. So gibt es heute organisierte Rechtsextremisten in der Skinheadszene, aber auch organisierte Anarchisten, Autonome, Kommunisten und Antifaschisten. Es gibt rassistisch orientierte Skinheads, aber auch solche mit Migrationshintergrund oder j\u00fcdische Skinheads. Die Mehrzahl d\u00fcrfte sich selbst als \u2018unpolitisch\u2019 begreifen und in ihren Einstellungen nahezu das gesamte \u2013 in der Mehrheitsgesellschaft vertretene \u2013 Einstellungsspektrum widerspiegeln.<\/p>\n<p><strong>History<\/strong><\/p>\n<p>Die Vorl\u00e4ufer der Skinheads sind die Mods bzw. Hard Mods. Ihren Stil bezogen sie aber auch von den so genannten \u2018Rude Boys\u2019, d. h. m\u00e4nnlichen schwarzen Migrantenjugendlichen aus Jamaika, die sich in den 1960er Jahren ihre Haare durch Kurzscheren \u2018gl\u00e4tteten\u2019, um den Wei\u00dfen \u00e4hnlicher zu sein, was nun wiederum die wei\u00dfen Arbeiterjugendlichen kopierten, weil sie die Rude Boys \u2018cool\u2019 fanden. Diese waren in Gangs organisiert, hatten ihre eigenen Clubs und h\u00f6rten eine Musik, die damals niemand sonst mochte: Reggae bzw. Ska (so die Bezeichnung des fr\u00fchen Reggae, in dem nicht der Bass, sondern die Bl\u00e4ser den Ton angaben) und Soul. Die Skinheads \u00fcbernahmen dies und so ist eigentlich erst durch die Vermischung von \u2018schwarzer\u2019 und \u2018wei\u00dfer\u2019 Arbeiterkultur der Skinheadstil entstanden. So war auch die erste Band, die 1968 ein komplettes Album (\u2018Skinhead Moonstomp\u2019) mit Songs f\u00fcr die neuentstandene Szene ver\u00f6ffentlichte, eine \u2018schwarze\u2019 Reggae\/Ska-Band mit Namen \u2018Symarip\u2019.<br \/>\nEnde der 1960er Jahre waren die Skinheads in britischen Arbeitervierteln die dominante Jugendkultur. Anfang der 1970er Jahre ebbte diese Bewegung aber bereits wieder ab. Im Laufe der 1970er Jahre entdeckten Neonazi-Gruppen die Skinheads: Proletarische junge M\u00e4nner, die sich gerne pr\u00fcgelten und von der Mehrheitsgesellschaft deshalb abgelehnt wurden, schienen ihnen n\u00fctzlich zu sein. Um wirklich in dieser von schwarzer Musik und schwarzer Kultur gepr\u00e4gten Szene Fu\u00df fassen zu k\u00f6nnen, bedurfte es allerdings erst einer \u00c4nderung der Musik. Bis weit in die 1970er Jahre hinein waren quasi alle Idole, Musiker, DJs etc. der Skinheadszene \u2018schwarz\u2019. Das \u00e4nderte sich erst mit dem Punk.<br \/>\nAls der Punk nach seiner kurzen rebellischen, anti-kommerziellen Gr\u00fcndungsphase Teil der Popul\u00e4rkultur wurde, versuchte ein Teil der Punkszene, das Rad wieder zur\u00fcckzudrehen und den Punk zu seinen Urspr\u00fcngen zur\u00fcckzuf\u00fchren. Begriffe wie \u2018Streetpunk\u2019, \u2018Realpunk\u2019, \u2018Working Class Punk\u2019 kamen auf, die Musik dazu wurde h\u00e4rter, weniger artifiziell (als Abgrenzung zu \u2018New Wave\u2019). Um sich auch optisch von den \u2018Modepunks\u2019 abzugrenzen, \u00e4nderten diese Punks auch ihren \u00e4u\u00dferen Stil: Sie stylten sich h\u00e4rter, \u2018prolliger\u2019, militanter; kurze Haare statt bunte Haare waren nun angesagt. Aus Punks wurden Skinheads und die Musik, die sie h\u00f6rten, nannte sich nun \u2018Oi!\u2019 bzw. \u2018Oi!-Punk\u2019. Kultbands jener Zeit sind \u2018Sham 69\u2032, \u2018Cock Sparrer\u2019 oder \u2018Cockney Rejects\u2019, die auch den Begriff erstmals in einem Song verwendeten und damit der neuen Musik\/Bewegung einen Namen gaben.<br \/>\nDie Mehrzahl der neuen Oi!-Bands waren nicht rechtsorientiert. Aber nun standen erstmals wei\u00dfe Musiker auf der B\u00fchne und damit war es m\u00f6glich, dass auch rechtsextreme und rassistische Einstellungen in der Musik ihr Echo fanden und damit Neonazis massiver auf diese Szene einwirken konnten. Die bekannteste rechtsextreme Band jener zweiten Skinheadgeneration ist Skrewdriver, deren Kopf Ian Stuart (der im September 1993 bei einem Autounfall ums Leben kam) zum wichtigsten Agitator und \u2018Kulturbotschafter\u2019 der Neonazis innerhalb der Skinheadkultur wurde und heute noch von diesen verehrt wird.<br \/>\nGleichzeitig erfolgte jedoch mit neuen Bands wie \u2018The Specials\u2019, \u2018Madness\u2019, \u2018Bad Manners\u2019 oder \u2018The Selecter\u2019 ein Ska-Revival, das ebenfalls den Skinheadkult auch auf dem europ\u00e4ischen Festland bekannter machte.<br \/>\nDiese beiden Str\u00f6mungen ab Ende der 1970er Jahre \u2013 das antirassistische Ska-Revival und das Aufkommen von \u2018Oi!-Skins\u2019 rund um den Punk inklusive einer minorit\u00e4ren rechtsextremen Fraktion \u2013 hatten zur Folge, dass sich die Skinheadkultur im Laufe der 1980er Jahre politisch und kulturell-\u00e4sthetisch ausdifferenzierte, wobei allerdings in den Medien fast ausschlie\u00dflich der rechten Fraktion verst\u00e4rkte Aufmerksamkeit beigemessen wurde. Dies f\u00fchrte dazu, dass sich in der Tat immer mehr rechtsorientierte junge M\u00e4nner f\u00fcr die Skinheadkultur interessierten, w\u00e4hrend andere sich abschrecken lie\u00dfen. Verheerende Folgen hatte dieses Medienimage vor allem in den neuen Bundesl\u00e4ndern, wo sich bereits in der zweiten H\u00e4lfte der 1980er Jahre, aber massiv nach der Mauer\u00f6ffnung zahlreiche rechte \u2018Skinhead\u2019-Gruppierungen bildeten.<\/p>\n<p><strong>Literatur<\/strong><\/p>\n\n<\/div>\n<\/div>\n<\/section>\n\n<section class=\"av_tab_section\"  itemscope=\"itemscope\" itemtype=\"https:\/\/schema.org\/CreativeWork\" ><div aria-controls=\"tab-id-2-content\" role=\"tab\" tabindex=\"0\" data-fake-id=\"#tab-id-2\" class=\"tab \"  itemprop=\"headline\" >Strukturen, Fakten &amp; Relations<\/div>\n<div id=\"tab-id-2-content\" class=\"tab_content \" aria-hidden=\"true\">\n<div class=\"tab_inner_content invers-color\"  itemprop=\"text\" >\n<p><strong>Strukturen<\/strong><\/p>\n<p>Die im Verlauf der Geschichte erfolgten musikalischen Weiterentwicklungen (wie Oi!-Punk) und Ausdifferenzierungen (wie rechte und linke Skins, \u2018smarte\u2019 Originals und 1990er-Jahre-\u2019Neoskins\u2019) brachten auch stilistische Unterschiede und daraus folgend Szeneabspaltungen und neue Subszenen mit sich.<br \/>\nDie rechtsextreme Str\u00f6mung bildete quasi eine eigene Subkultur mit eigenen Strukturen (\u2018Kameradschaften\u2019 etc.) und eigener Musik (\u2018Rechtsrock\u2019, der nur noch selten etwas mit \u2018traditioneller\u2019 Skinheadmusik wie Oi!-Punk zu tun hat) heraus, die der \u2018linken\u2019 oder auch \u2018unpolitischen\u2019 Skinheadszene extrem feindlich gegen\u00fcber steht. Ab Mitte der 1980er Jahre grenzte sich Hardcore als eigenst\u00e4ndige Szene von Punk und damit auch Skinhead ab.<br \/>\nAnsonsten hat die Skinheadszene in Deutschland kaum Strukturen (wie eingetragene Vereine, formale Hierarchisierungen etc.) herausgebildet, was angesichts der geringen Gr\u00f6\u00dfe der Szene allerdings auch nicht verwunderlich ist. Die Szene wird von einem informellen Netzwerk, bestehend aus vielleicht 600 bis 800 Personen getragen, die mit ihrem Engagement (Herausgabe von Fanzines, Organisation von Parties und anderen Events, Produktion und Verbreitung von Musik, Kleidung und anderen Szene-Accessoires) das Szene-Leben aufrechterhalten.<br \/>\nEine Ausnahme bildet lediglich der rechtsextreme Fl\u00fcgel der Szene, bei dem es st\u00e4rkere Ans\u00e4tze formeller und hierarchischer Organisationsformen in enger Anbindung an das sonstige neonazistische Netzwerk gibt. Zu diesem neonazistischen Netzwerk d\u00fcrften im engeren Sinne aber nicht mehr als 10 bis15 Prozent der Skinheads in Deutschland geh\u00f6ren, da auch viele Gleichgesinnte (d. h. rechtsextrem-rassistisch denkende Skinheads) entsprechende Parteien und Organisationen ablehnen, was zum Beispiel in dem Spottwort \u2018Scheitelnazis\u2019 seine Ausdruck findet.<\/p>\n<p><strong>Fakten\u00a0<\/strong><\/p>\n<p>Die Gr\u00f6\u00dfe der Skinhead-Szene liegt in Deutschland seit Ende der 1980er Jahre relativ konstant zwischen 8.000 und 15.000 Szeneg\u00e4ngern. Es ist also \u2013 vor allem gemessen an ihrem riesigen Medienecho \u2013 eine sehr kleine Szene.<br \/>\nDas Alter der Skinheads liegt in der Regel zwischen 14 und 30 Jahren. Der Anteil der Skinheads aus Arbeitermilieus ist hoch, jedoch ist der Bildungsgrad und die soziale Herkunft weitaus differenzierter als auch der selbst gew\u00e4hlte Anspruch einer \u2018working class\u2019-Kultur suggeriert: Etwa ein Drittel der Skinheadszene in Deutschland besteht aus Studenten bzw. Skinheads mit einer abgeschlossenen Hochschulausbildung.<br \/>\nDie Skinheadszene ist eine typische M\u00e4nnerkultur. Der Frauenanteil \u2013 in der Szene \u2018Skinheadgirls\u2019 oder auch nach ihrer Pony-Frisur mit den langen Fransen \u2018Renees\u2019 genannt \u2013 liegt bei maximal 20 Prozent. Die Gr\u00fcnde f\u00fcr den geringen Frauenanteil liegen einmal in der hohen Gewaltbereitschaft und dem ebenso hohen Alkoholkonsum der Szene, aber auch daran, dass vor allem junge Frauen immer noch famili\u00e4r und gesellschaftlich deutlich mehr Widerst\u00e4nde \u00fcberwinden m\u00fcssen, wenn sie sich einer Szene anschlie\u00dfen wollen.<\/p>\n<p><strong>Relations<\/strong><\/p>\n<p>Aufgrund ihrer \u2018Herkunft\u2019 unterhalten (nicht-rechtsextreme) Skinheads enge Beziehungen zur Punkszene. Bei \u2018Oi!\u2019-Konzerten begegnen sich Punks und Skinheads regelm\u00e4\u00dfig, viele Cliquen bestehen auch aus Oi!-Punks und Skinheads.<br \/>\nTraditioneller orientierte Skinheads haben engere Kontakte zur allgemeinen (Northern) Soul-, Ska- und Reggae-Szene, besuchen entsprechende Konzerte, Parties und andere Treffpunkte.<br \/>\nWaren die Angeh\u00f6rigen der ersten Skinhead-Generation in Gro\u00dfbritannien noch ausnahmslos Fu\u00dfballfans (der eher gewaltbereiten Art), so nahm diese Leidenschaft von Generation zu Generation ab, so dass man heute auf viele Skinheads trifft, die dem Fu\u00dfball nichts mehr abgewinnen k\u00f6nnen. Dennoch hat die Skinheadszene als Ganzes immer noch viele Bez\u00fcge zum Fu\u00dfball und hier besonders zu den so genannten Hooligans.<br \/>\nObwohl Skinheads traditionell eher Feinde der \u2018Rocker\u2019 waren, haben manche Skinheads inzwischen den Rock\u2019n&#8217;Roll vor allem in Form des Psychobilly entdeckt, eine \u2018durch den Punk gedrehte\u2019, beschleunigte Form des alten Rockabilly, und besuchen h\u00e4ufiger entsprechende Konzerte. Verhasst sind Skinheads nach wie vor \u2018Hippies\u2019, wobei \u2018Hippie\u2019 heute als Synonym f\u00fcr quasi alle langhaarigen, \u2018softer\u2019 wirkenden (also nicht: Heavy Metaller) Menschen genutzt wird. Auch die traditionelle Feindschaft der britischen Arbeiterjungen gegen Gymnasiasten und Studenten \u2013 vermeintliche \u2018Intellektuelle\u2019, nicht mit ihrer H\u00e4nde Kraft als richtige M\u00e4nner Arbeitende \u2013 wird heute noch h\u00e4ufig als Attit\u00fcde aufrecht erhalten.<br \/>\nGro\u00dfe Probleme haben Skinheads auch mit jeder Form von Androgynit\u00e4t und Homosexualit\u00e4t, die ihrem Idealbild von \u2018harter M\u00e4nnlichkeit\u2019 offenbar widersprechen (obwohl es selbstverst\u00e4ndlich auch schwule Skinheads gibt, die sich zumindest in der rechtsextremen Fraktion allerdings nur unter Lebensgefahr outen k\u00f6nnten). So z\u00e4hlen Gothics nicht unbedingt zu den Freunden der Skinheads.<\/p>\n\n<\/div>\n<\/div>\n<\/section>\n\n<section class=\"av_tab_section\"  itemscope=\"itemscope\" itemtype=\"https:\/\/schema.org\/CreativeWork\" ><div aria-controls=\"tab-id-3-content\" role=\"tab\" tabindex=\"0\" data-fake-id=\"#tab-id-3\" class=\"tab \"  itemprop=\"headline\" >Fokus, Einstellung &amp; Lifestyle<\/div>\n<div id=\"tab-id-3-content\" class=\"tab_content \" aria-hidden=\"true\">\n<div class=\"tab_inner_content invers-color\"  itemprop=\"text\" >\n<p><strong>Fokus<\/strong><\/p>\n<p>Skinhead ist eine urspr\u00fcnglich im britischen Arbeitermilieu entstandene Jugendsubkultur, f\u00fcr die Musik (Ska, Oi!-Punk), ein bestimmtes Styling (kurze Haare, Arbeiterbekleidung wie Hosentr\u00e4ger, Doc Martens, Bomberjacken etc.) und ein ausgepr\u00e4gter M\u00e4nnlichkeitskult identit\u00e4tsstiftend sind. Skinheads verstehen sich in Abgrenzung zum b\u00fcrgerlichen Mainstream als die letzten Erben der Arbeiterklasse. Ihr Lebensgef\u00fchl verbinden sie mit Attributen wie \u2018ehrlich\u2019, \u2018authentisch\u2019, \u2018hart und smart\u2019. Entgegen dem \u00f6ffentlichen Image ist nur ein Teil der Skinheadszene rechtsorientiert. Letztlich geht es bei den Skinheads um die gleichen Dinge wie in allen anderen Szenen auch: verbindliche Freundschaften, Abgrenzung zum langweiligen, spie\u00dfigen Rest der Gesellschaft, etwas Besonderes zu haben und zu sein, Parties, Musik, Mode und Spa\u00df.<\/p>\n<p><strong>Einstellung<\/strong><\/p>\n<p>Skinheads legen Wert darauf, etwas \u2018Besonderes\u2019 und nicht Teil der normalen \u2018spie\u00dfigen\u2019, b\u00fcrgerlichen Mehrheitsgesellschaft zu sein. Ihre \u2018Rebellion\u2019 entspricht jedoch eher jener der \u2018Eckensteher\u2019 und \u2018Halbstarken\u2019 der 1950er Jahre. Es ist also mehr der romantisierende Versuch einer (symbolischen) R\u00fcckgewinnung der \u00c4sthetik und Bedeutung der Arbeiterkultur der 1920er Jahre als eine politische Protesthaltung, gepaart mit der leidenschaftlichen Pflege eines proletarischen M\u00e4nnerkults.<\/p>\n<p><strong>Lifestyle<\/strong><\/p>\n<p>Typisch f\u00fcr viele Skinheads (auch wenn es mit ihrem realen sozialen Hintergrund nicht \u00fcbereinstimmt) ist die Vorliebe f\u00fcr einen \u2018proletarischen\u2019 Lebensstil: Man trinkt Bier (nicht Sekt und Cocktails), geht gerne zum Fu\u00dfball, bevorzugt Kneipen gegen\u00fcber normalen Mainstream-Discos. Die Umgangsformen sind \u2018rau, aber ehrlich\u2019. Die Verl\u00e4sslichkeit von Freundschaften ist ein wichtiges Moment ihres Lebens- und Szene-Alltags. Anl\u00e4sslich von Konzerten, Festivals etc. inszeniert man sich auch gerne \u00f6ffentlich und auch im Alltag genie\u00dfen Skinheads zumeist ihren Ruf als \u2018harte Kerle\u2019, denen man besser nicht frech kommt.<br \/>\nGewaltbereit ist sicher der gr\u00f6\u00dfte Teil der Szene, das bedeutet aber f\u00fcr die meisten lediglich, Feindschaften, Streitigkeiten und erlittene Beleidigungen auch mit F\u00e4usten auszutragen. Sie begreifen dies als \u2018ehrlicher\u2019 als die aus ihrer Sicht \u2018verlogene\u2019 H\u00f6flichkeit der b\u00fcrgerlichen Gesellschaft, die indirekte Machtmittel (Anw\u00e4lte, hinter dem R\u00fccken reden etc.) bevorzugt. Auch wenn sich viele Skinheads nie wirklich pr\u00fcgeln, ist man doch schnell \u2018unten durch\u2019, wenn man nicht zumindest glaubhaft signalisiert, jederzeit \u2018bereit\u2019 zu sein, wenn man selbst oder jemand aus der Clique\/Szene angegriffen oder beleidigt wird. In der rechten \u2018Fraktion\u2019 ist Gewaltbereitschaft allerdings nicht nur immer latent vorhanden, sondern wird auch fast ritualisiert regelm\u00e4\u00dfig gegen\u00fcber verschiedensten Opfer- (nicht Gegner-)Gruppen ausgelebt. Weibliche Szeneangeh\u00f6rige sind dabei nicht selten der antreibende und aufhetzende Faktor.<\/p>\n\n<\/div>\n<\/div>\n<\/section>\n\n<section class=\"av_tab_section\"  itemscope=\"itemscope\" itemtype=\"https:\/\/schema.org\/CreativeWork\" ><div aria-controls=\"tab-id-4-content\" role=\"tab\" tabindex=\"0\" data-fake-id=\"#tab-id-4\" class=\"tab \"  itemprop=\"headline\" >Symbole &amp; Rituale<\/div>\n<div id=\"tab-id-4-content\" class=\"tab_content \" aria-hidden=\"true\">\n<div class=\"tab_inner_content invers-color\"  itemprop=\"text\" >\n<p><strong>Symbole<\/strong><\/p>\n<p>Au\u00dfer ihrem szene-typischen Aussehen (vor allem kurze Haare, bestimmte Kultmarken wie Doc Martens und andere Boots, Levi\u2019s Jeans, Fred Perry, Ben-Sherman-Hemden, Hosentr\u00e4ger etc.) tragen Skinheads gerne T-Shirts oder Buttons mit den Namen ihrer Lieblingsbands. Sehr angesagt sind T\u00e4towierungen: Popul\u00e4re Motive dabei sind etwa ein gekreuzigter Skin oder andere Abbildungen von Skinheads oder Renees, Bandmotive (bei der rechtsextremen Fraktion entsprechende, meist rassistische oder militaristische Bilder und Aussagen) sowie ein Spinnennetz \u00fcber dem Ellbogen.<br \/>\nAu\u00dferdem haben sich im Laufe der Jahre eigene \u2018Kennzeichen\u2019 f\u00fcr die verschiedenen \u2018Fraktionen\u2019 der Skinheadkultur herausgebildet, die h\u00e4ufig als Button, Aufn\u00e4her, T-Shirt-Aufdrucke oder T\u00e4towierung getragen werden. \u2018Spirit of \u201969\u2032 (das \u2018Geburtsjahr\u2019 der Skinheadszene in Gro\u00dfbritannien) steht ebenso wie das Bild eines Skinheads mit einem Trojaner-Helm oder schwarz-wei\u00dfe Karo\/Schachbrettmuster f\u00fcr \u2018Original\u2019-Skinheads, die schwarze Musik (Ska, Reggae, Soul) m\u00f6gen und ihre antirassistische Einstellung signalisieren sollen. In den 1990er Jahren popul\u00e4r, heute weniger verbreitet, ist das \u2018S.H.A.R.P.\u2019-Logo, das f\u00fcr \u2018SkinHeads Against Racial Prejudice\u2019 steht, eine antirassistische Skinheadbewegung, die sich in den 1990er Jahren explizit gegen das Vordringen rechtsextremer Einstellungen in ihrer Szene wandte. \u2018Redskins\u2019 sind eine nach der entsprechenden Skinhead-Soul-Rockband benannte linke Skinheadvereinigung. Die \u2018Rechten\u2019 innerhalb der Szene wiederum erkennt man an den h\u00e4ufig getragenen Skrewdriver-Shirts und -Symbolen (oft nur das S) oder einschl\u00e4gigen, f\u00fcr die gesamte Neonazi-Szene typischen Zahlenspielen (\u201988\u2032 = Heil Hitler, \u201918\u2032 = Adolf Hitler, \u201928\u2032 = Blood &amp; Honour \u2013 eine verbotene rassistische Skinheadorganisation, urspr\u00fcnglich von Ian Stuart\/Skrewdriver gegr\u00fcndet, mit dem Ziel, rechte Konzerte zu organisieren und die Musiker dieses Spektrums zu f\u00f6rdern).<\/p>\n<p><strong>Rituale<\/strong><\/p>\n<p>Bei Oi!-Konzerten wird \u00e4hnlich wie bei (anderen) Punkkonzerten Pogo getanzt, bei Ska-Konzerten geht es smarter zu und der Tanz erinnert immer noch sehr stark an die T\u00e4nze der \u2018Schwarzen\u2019 der 1960er Jahre. Au\u00dferdem gibt es nat\u00fcrlich wie in vielen Szenen bestimmte Mitgr\u00f6lrituale bei Konzerten, Umgangsformen, Begr\u00fc\u00dfungsrituale etc., aber insgesamt ist die Skinheadszene, abgesehen von der stets pr\u00e4senten Inszenierung der eigenen \u2018M\u00e4nnlichkeit\u2019, keine besonders durch vorgeschriebene Rituale bestimmte Kultur.<\/p>\n\n<\/div>\n<\/div>\n<\/section>\n\n<section class=\"av_tab_section\"  itemscope=\"itemscope\" itemtype=\"https:\/\/schema.org\/CreativeWork\" ><div aria-controls=\"tab-id-5-content\" role=\"tab\" tabindex=\"0\" data-fake-id=\"#tab-id-5\" class=\"tab \"  itemprop=\"headline\" >Events, Treffpunkte &amp; Medien<\/div>\n<div id=\"tab-id-5-content\" class=\"tab_content \" aria-hidden=\"true\">\n<div class=\"tab_inner_content invers-color\"  itemprop=\"text\" >\n<p><strong>Events<\/strong><\/p>\n<p>Als Treffpunkte fungieren vor allem Oi!- und Ska-Konzerte, die zumeist in Jugendzentren sowie kleinen Clubs und Kneipen stattfinden. Mit Ausnahme von bestimmten, sehr popul\u00e4ren Ska-Bands (Madness, The Specials) interessieren sich gr\u00f6\u00dfere kommerzielle Veranstalter nicht f\u00fcr Skinhead-relevante Musik. Gr\u00f6\u00dfere mehrt\u00e4gige Festivals finden in Deutschland heutzutage nur noch selten statt. Ansonsten gibt es in vielen St\u00e4dten kleine regelm\u00e4\u00dfige Events wie Ska-N\u00e4chte\/\u2019Allnighters\u2019, gelegentlich Fu\u00dfball- oder Dartturniere. Ansonsten besuchen nicht-rechte Skins auch h\u00e4ufig einschl\u00e4gige Events der Punk-Szene.<\/p>\n<p><strong>Treffpunkte<\/strong><\/p>\n<p>Siehe \u2018Events\u2019. Hinzu kommen Szene- und andere Kneipen, Plattenl\u00e4den, Jugendzentren, Tattoo-Shops sowie lokale Treffpunkte in Fu\u00dfg\u00e4ngerzonen als m\u00f6gliche \u2018Anlaufstellen\u2019.<\/p>\n<p><strong>Medien<\/strong><\/p>\n<p>Mit Fanzines (derzeit rund 20 allein in Deutschland), Flyern und Beilagen zu Tontr\u00e4gern verf\u00fcgen Skinheads \u00fcber eigene, unabh\u00e4ngige Kommunikationswege. Da f\u00fcr die Skinheadszene Musik ausgesprochen wichtig ist, berichten die Fanzines neben dem \u00fcblichen Szene-Klatsch \u00fcberwiegend \u00fcber neue Tontr\u00e4ger und Konzerte und pr\u00e4sentieren Bands in Form von Interviews. Die Musik erscheint fast ausschlie\u00dflich auf Szene-Labels, wobei f\u00fcr die rechtsextreme Fraktion einschl\u00e4gige Neonazi-Labels und -Vertriebe von dominanter Bedeutung sind \u2013 f\u00fcr alle anderen Skinheads (neben den wenigen skinheadeigenen Unternehmen) solche der Punk- und der Ska-\/Reggae-Szene.<br \/>\nInzwischen hat die Internetnutzung zunehmend Bedeutung in der Skinszene erlangt \u2013 vor allem zur \u00dcbermittlung von Konzert-Ank\u00fcndigungen und zur schnellen Verbreitung von \u2018Neuigkeiten\u2019.<\/p>\n\n<\/div>\n<\/div>\n<\/section>\n\n<\/div><\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"","protected":false},"featured_media":201,"comment_status":"open","ping_status":"closed","template":"","tags":[],"portfolio_entries":[8],"_links":{"self":[{"href":"http:\/\/www.jugendszenen.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/portfolio\/231"}],"collection":[{"href":"http:\/\/www.jugendszenen.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/portfolio"}],"about":[{"href":"http:\/\/www.jugendszenen.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/portfolio"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/www.jugendszenen.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=231"}],"version-history":[{"count":4,"href":"http:\/\/www.jugendszenen.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/portfolio\/231\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":695,"href":"http:\/\/www.jugendszenen.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/portfolio\/231\/revisions\/695"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/www.jugendszenen.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/media\/201"}],"wp:attachment":[{"href":"http:\/\/www.jugendszenen.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=231"}],"wp:term":[{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"http:\/\/www.jugendszenen.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=231"},{"taxonomy":"portfolio_entries","embeddable":true,"href":"http:\/\/www.jugendszenen.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fportfolio_entries&post=231"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}