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Angesichts der Tatsache, dass es sich bei der "(gewerbsmäßig) unerlaubten Verwertung urheberrechtlich geschützter Werke" um eine Straftat im Sinne des deutschen Urheberrechts handelt, gibt es in der Warez-Szene keine Events in Form von öffentlichen Partys oder Veranstaltungen, wie sie in den übrigen Szenen typisch sind. Dennoch können Hausdurchsuchungen und Razzien bei prominenten Szene-Akteuren als eine Art von Event bezeichnet werden, da es sich dabei um aus dem Szene-Alltag herausgehobene Ereignisse handelt, welche sich innerhalb der Szene zu interaktiven Spektakeln entwickeln, die die Existenz der Szene für alle Mitglieder erfahrbar macht. In Deutschland gab es Mitte 2004 einen großen Schlag gegen den semikommerziellen Warez-Anbieter 'Share Reactor', auf dessen Server in Frankfurt über 300 Gigabyte an Spielen und Filmen sichergestellt wurden. Unabhängig davon wurde kurze Zeit später der Betreiber der Webwarez-Seite ftpwelt.com verhaftet. Bei der Durchsuchung dessen Räumlichkeiten wurde u.a. eine Liste mit 40.000 Nutzern sichergestellt. Im Januar 2005 wurde die bekannteste Seite der deutschen Warez-Szene, Bockwurst-Files "hochgenommen" und Wohnungen der teils noch minderjährigen Betreiber durchsucht. Die Klärung ob kommerzielle Interessen im Hintergrund des Projekts standen, ist immer noch nicht gänzlich aufgeklärt. In allen Beispielen reagierte die Szene auf diese Events mit umfangreichen Diskursen in einschlägigen Internetforen und Kondolenzbekundungen für die "Opfer der Strafverfolgung". Im Fall 'Bockwurst' (re-)organisierten sich andere Warez-Seiten-Betreiber binnen weniger Tage neu und boten auf ihren Seiten die Programme an, die 'Bockwurst' zuvor bereitstellte. Ein "alltäglicheres" Event findet darüber hinaus in Hunderttausenden von Haushalten beim Konsumieren von Warez statt. Dort werden die im virtuellen Raum gehandelten Produkte "öffentlich", indem sie in privaten Filmvorführungen oder beim Hören von raubkopierter Musik gemeinsam konsumiert werden. Als Beispiel für einen Event, der direkt innerhalb der Szene stattfindet, kann auch die Wartezeit auf ein neues, wichtiges Release angesehen werden. Diese Releases werden innerhalb der Szene mit Countdown und Previews angekündigt und mit Grafiken und Extrameldungen zelebriert. Den Rekord für die Veröffentlichung eines Films vor dem Erscheinungsdatum hält immer noch der Film 'Matrix - Reloaded', der bereits 40 Tage vor dem offiziellen amerikanischen Kinostart in englischer Sprache im Netz erhältlich war. Bereits 2 Wochen vor dem amerikanischen Kinostart und 6 Wochen vor dem deutschen tauchten in der deutschen Warez-Szene die ersten Versionen mit deutscher Tonspur auf. |
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| Letzte Aktualisierung ( Montag, 15. Oktober 2007 ) |
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