 Foto© stadionwelt.de Medien spielen in der deutschen Ultraszene eine immens wichtige Rolle. Fragen wie: „Wer liefert den besten Support?“, „Wer hat den größten Auswärtsanhang oder „Wer hat die originellste Choreographie?“, lassen die Unterstützung der Mannschaft zu einem eigenen Wettstreit auf den Rängen werden, der mindestens genauso wichtig ist wie das eigentliche Spiel. Um die im Stadion geleisteten Aktionen nicht nur der gegnerischen Fanszene und den übrigen Besuchern zu präsentieren, betreiben die meisten relevanten Ultragruppen in Deutschland mehr oder weniger professionell gestaltete Websites, auf denen u.a. Bilder und Videos des in der Kurve Gebotenen zu betrachten sind. Die Resonanz auf die Seiten ist groß: Bis zu einer Million Besucher pro Monat zeugen von regem Interesse nicht nur seitens der eigenen Fanszene. In der Regel bieten die Internetauftritte darüber hinaus Informationen über Geschichte und Selbstverständnis der Gruppen, Nutzer können sich über anstehende Termine informieren und vielfach auch gruppeneigene Merchandiseprodukte im Internetshop bestellen. Ebenfalls großer Beliebtheit erfreuen sich webseitenbezogene Internet-Foren. Hier diskutieren die Szenegänger über Fußball, Choreographien oder aktuelle Geschehnisse aus der Fanszene. Darüber hinaus werden Rivalitäten mit anderen Ultra-Gruppen verbal ausgetragen. Außerdem verfügen die Seiten in der Regel über einen geschlossenen Mitgliederbereich, in dem Interna besprochen oder geheime Choreographien geplant werden.
Neben im Stadion verteilten Infoflyern bringen mancherorts einzelne Mitglieder von Ultragruppierungen in mehr oder weniger regelmäßigen Abständen Fanzines heraus, in denen neben (schwarz/weiß)-Fotos vor allem Berichte von den Spielen und Auswärtsfahrten sowie aktuelle Informationen aus der Fanszene zu finden sind.
Eine Art szeneübergreifende Fanzines stellen die regelmäßig erscheinenden Publikationen ‚Stadionwelt-Magazin’ und ‚Erlebnis Fußball’ dar. Hier werden zum einen Bilder der besten Choreographien der jeweils letzten Wochen abgedruckt. Zum anderen werden neben der Berichterstattung über fanpolitische Themen und Neuigkeiten aus den deutschen und internationalen Fußballstadien einzelne Fanszenen ausführlich vorgestellt und beleuchtet.
Dem Medium Fernsehen stehen die Anhänger der Ultraszene skeptisch gegenüber: Entgegen der öffentlichen Meinung stellt aus der Sicht vieler Ultras und anderer aktiver Fans das Fernsehen eine der größten Bedrohungen für eine lebendige Fankultur dar. Da sich die Anstoßzeiten immer mehr nach den Wünschen der TV-Anstalten richten, werden bspw. Planung und Durchführung von Auswärtsfahrten immer mehr erschwert. Und da die Ultras bei den Spielen ihrer Mannschaft zumeist im Stadion zugegen sind, spielen die Live-Übertragungen der Partien ‚ihrer’ Vereine kaum eine Rolle für sie.
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Letzte Aktualisierung ( Montag, 5. November 2007 )
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