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Das Bild der Fankurven in deutschen Fußballstadien hat sich seit Mitte der neunziger Jahre entscheidend gewandelt. Wo früher Fanclubs, ‚Kuttenträger’ oder ‚Hooligans’ die Szenerie bestimmten, ziehen heute die Ultras mit farbenprächtigen Kurvenshows und lautstarken Gesängen die Blicke auf sich. Die Bezeichnung ‚Ultras’ lässt sich am besten mit dem Begriff Extremfans übersetzen. Ultras sind aufgrund ihrer Inszenierungen im Stadion deutlich präsenter als andere Fangruppierungen, und der Einzelne investiert in der Regel erheblich mehr zeitliche und finanzielle Ressourcen als der ‚normale’ Fußballfan, um das von ihm favorisierte Team zu unterstützen.
Das zentrale Interesse der ersten deutschen Ultragruppen bestand darin,
die Stimmung in den Fanblöcken der deutschen Fußballstadien zu
verbessern. Zusätzlich wenden sich die Ultras mittlerweile verstärkt
gegen eine fortschreitende Kommerzialisierung des Fußballsports sowie
gegen Einschränkungen der Rechte von Fußballfans durch Vereine,
Ordnungsdienste und Polizei. Häufig werden die Ultras in Medien und
öffentlicher Wahrnehmung mit ‚Hooligans’ und Gewaltbereitschaft
assoziiert. Tatsächlich betont der allergrößte Teil der deutschen
Ultraszene jedoch, man betrachte sich nicht als gewaltsuchend, setze
sich aber bei körperlichen Übergriffen auf die eigene Gruppe
entsprechend zur Wehr. Demgegenüber klagen die meisten Ultras, die
Polizei versuche ihnen ein Stigma der Gewaltbereitschaft anzuheften, da
diese nach dem Zerfall der klassischen Hooliganszene ein neues
Betätigungsfeld im Rahmen von Fußballspielen brauche.
Die Ultraszene unterliegt seit ihrem Bestehen einem ständigen Wandel und ist gleichzeitig äußerst heterogen. Szeneintern abweichende Sichtweisen auf die ‚Mentalität’ der Gruppe – z.B. die Art des ‚Supports’, das Hereintragen politischer Inhalte in die Stadien, das Verhältnis zu gegnerischen Ultragruppen oder den Umgang mit Ordnungsinstanzen - sorgen mancherorts dafür, dass verschiedene Ultragruppierungen den selben Club unterstützen.
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| Letzte Aktualisierung ( Dienstag, 13. November 2007 ) |
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