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Foto© stadionwelt.de
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Die europäische Ultraszene entstand in den späten sechziger Jahren des letzten Jahrhunderts in Italien. Im Zusammenhang mit den linksgerichteten Studentenprotesten und den Entwicklungen im ‚heißen Herbst’ der Arbeiterbewegung 1969, beschlossen jugendliche Fußballfans die Fankurvenkurven der italienischen Fußballstadien zu nutzen, um ihre ablehnende Haltung gegen von ihnen wahrgenommene soziale Ungerechtigkeiten im Land kundzutun. Die erste organisierte Ultragruppierung war die 1969 gegründete ‚Fossa dei leoni’ (Löwengrube) vom AC Mailand. In der Folge entstanden im ganzen Land ähnliche Gruppen, wobei die (Selbst-) Etikettierung der Fans mit dem Begriff ‚Ultras’ zum ersten Mal auf einem Transparent in der Kurve von Sampdoria Genua zu sehen war. Diese Bezeichnung wurde bald von der gesamten neu entstandenen Jugendkultur aufgegriffen, um sich von ‚herkömmlichen’ Fußballfans (‚Tifosi’) abzugrenzen.


Die Gesänge wurden fortan von einem Vorsänger (‚Capo’) mit Hilfe eines Megaphons organisiert und geleitet. Neu waren auch das Verwenden von Pyrotechnik im Fanblock sowie die Organisation aufwendiger Choreographien. Sukzessive wurde auf diese Weise der Auftritt der Fanblöcke selber zum Wettbewerbsgegenstand.

Zunächst solidarisierten sich die meisten Ultragruppen mit den Idealen der sozialistischen Bewegung und des linken Widerstands. In der Folgezeit formierten sich jedoch auch Gruppierungen, die rechtes Gedankengut in die Stadien brachten. Dies war neben anderen Faktoren wie regionalen Konflikten oder traditionellen Feindschaften einer der Hauptgründe für das Entstehen von starken Rivalitäten unter den verschiedenen Gruppierungen, welche nicht selten in gewalttätigen Auseinandersetzungen gipfelten. Die Behörden reagierten auf diese Umstände mit einer massiven Verstärkung der Polizeipräsenz im Umfeld von Fußballspielen, was jedoch keine Entschärfung der Situation zur Folge hatte, sondern zu zusätzlichen Eskalationen zwischen öffentlichen Ordnungsmächten und (jungen) Fußballanhängern führte.

Seit Beginn der 1980er Jahre ist sukzessive eine fortschreitende Entpolitisierung der italienischen Ultraszene zu beobachten, so dass sich weite Teile der Szene heute weder als politisch motiviert noch als gewaltbereit darstellen.

Die Ultrawelle schwappte erst gegen Mitte der 1990er Jahre auch in deutsche Fußballstadien. Hatte sich bis dato die hiesige Fanszene traditionell an englischen Vorbildern orientiert, so inspirierten die beeindruckenden Bilder aus Italien immer mehr junge Fans, sich der ‚Ultramanie’ zu verschreiben. Seit Ende des letzten Jahrtausends werden nahezu alle deutschen Fankurven durch Ultragruppen dominiert. Äußerlich kaum von ihren südeuropäischen Vorbildern zu unterscheiden, distanziert sich der Grossteil der Szene hierzulande allerdings von fussballfremden politischen Meinungsäußerungen im Stadion. Die Art und Intensität der Unterstützung der eigenen Mannschaft sowie die aktive Meinungsäußerung zur Vereins- und Sportpolitik, ist jedoch stark am italienischen Vorbild orientiert.

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Letzte Aktualisierung ( Montag, 5. November 2007 )
 

Redaktion Ultras

Justus Peltzer
Sven Langner

Multimedia Ultras

icon_ultra.jpgULTRAS Wo früher Fanclubs, ‚Kuttenträger’ oder ‚Hooligans’ die Szenerie bestimmten, ziehen heute die Ultras die Blicke auf sich... 
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