 Foto© stadionwelt.de Fußball und die Qualität des eigenen Auftretens sind das zentrale Thema der Ultras. Viele Szenegänger räumen den Gruppenaktivitäten – sowohl in zeitlicher als auch in finanzieller Hinsicht – Vorrang gegenüber den übrigen Alltagsaktivitäten ein. Für die Ultras steht nicht nur das Ergebnis des Spiels im Vordergrund, sondern auch das Repräsentieren der eigenen Gruppe, welches vor allem durch Anfeuern (‚support’) der eigenen Mannschaft - sei es akustisch durch Singen/ Schreien oder optisch mittels mehr oder weniger aufwändiger Choreographien – vollzogen wird.
Des Weiteren mischen sich Ultras aktiv in das Vereinsleben ein. In diesem Zusammenhang beziehen sie Stellung zur jeweiligen Vereinspolitik, wehren sich gegen die zunehmende Kommerzialisierung ‚ihres’ Sports und setzen sich für die Rechte der Fans ein. Ein populärer Slogan der Ultras ist: „Gegen den modernen Fußball!“ Das Gruppengefühl ist bei den Ultras stark ausgeprägt. Dies manifestiert sich insbesondere bei den wöchentlich stattfindenden Treffen der Ultragruppen und in der gemeinsamen Anreise zum Spiel.
Allen Gruppen gemeinsam ist der Protest gegen Repressionen durch Polizei und Ordnungsdienste, denen sich die Ultras ausgesetzt fühlen. So werden sie auf Reisen zu Spielen oftmals in ihrer Bewegungsfreiheit eingeschränkt, indem sie beispielsweise bei Auswärtsspielen vom Bahnhof direkt ins Stadion geleitet werden. Darüber hinaus werden sie häufig von Polizei und Ordnungskräften nach Waffen und Pyrotechnik durchsucht und an der Verwendung ihrer szenetypischen Devotionalien (Fahnen, Transparente, Doppelhalter etc.) gehindert. Das heißt, die Szene steht sowohl bei der Anreise als auch im Stadion unter der Beobachtung von (szenekundigen) Beamten und Zivilpolizisten. Regelverstöße führen nicht selten zu mehrjährigen Stadionverboten. Diese Praxis wird von den Ultras als Instrument der Vereine und der Polizei betrachtet, mit dessen Hilfe man sich ‚unbequemer’ Fans zu entledigen versuche.
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Letzte Aktualisierung ( Montag, 5. November 2007 )
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