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Foto© Loveparade.net
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Techno ist ein Sammelbegriff für verschiedene Phänomene: von Vorstellungen über eine bestimmte Musikrichtung über die Bezeichnung für einen bestimmten Lebensstil. Wie kaum bei einer (Jugend-) Szene zuvor steht Tanzen neben der Musik im Mittelpunkt des Interesses der Technoiden.

Drogen spielten und spielen in der Techno-Szene eine große Rolle. Das kulturelle 'Gesamtgeschehen' in der Techno-Szene ist ohne Zweifel vom Konsum verschiedener Drogen geprägt, die (jedenfalls vorübergehend) die körperliche Leistungsfähigkeit, die Erlebnisintensität und die Bereitschaft zu 'positiven' Sozialkontakten befördern. Es ist auch geprägt vom - unseren Beobachtungen zufolge lange Zeit begrenzten, neuerdings aber zunehmenden - Konsum der gesamtgesellschaftlich approbierten Droge Alkohol und dem Konsum von Nikotin. Das Partygeschehen ist aber nicht flächendeckend geprägt vom Konsum illegaler Drogen. Die inzwischen nicht unerhebliche Zahl älterer Szenegänger zeichnet sich durch einen auffällig kontrollierten Umgang mit Drogen aus - schließlich gilt es, montags fit am Arbeitsplatz zu erscheinen. Dies bleibt nicht ohne Vorbildwirkung auf jüngere Szenegänger: Einerseits sinkt durch die Beobachtung kontrollierten Umgangs die Hemmschwelle auf der Zugangsebene zum Drogenkonsum - andererseits gewinnt der jüngere Szenegänger gerade durch das kontrollierte Austarieren von Freiheit beim Feiern und der Pflichterfüllung im Alltag an Selbstbewusstsein und Reputation.

Zugehörigkeit zur Szene entscheidet sich nicht grundsätzlich am Konsum von Drogen bzw. daran, ob das einzelne Mitglied zum Thema Drogen 'etwas zu sagen hat'. Zugehörigkeit zur Szene manifestiert sich aber durchaus grundsätzlich am Spaß an und Verständnis für Techno-Musik, Techno-Tanzen und Techno-Parties (was ansonsten vielfach auf Unverständnis stößt). Vor allem drücken sie dieses 'Spaßhaben' durch nonverbale Äußerungsformen wie Tanzen, Umarmen, Lachen oder andere Inszenierungsweisen guter Laune aus.
In diesem Sinne stimmt das Klischee, Techno sei eine sprachlich reduzierte Kultur: Techno-Events sind nicht vom Diskurs geprägt. In anderer Hinsicht stimmt es freilich gar nicht: Jenseits, oder besser: vor, nach und am Rande der Events wird der Zusammenhalt der Szene und der Szenecliquen sehr wohl diskursiv hergestellt beim geselligen Zusammensein in kleiner Runde.
Letzte Aktualisierung ( Sonntag, 4. November 2007 )
 

Redaktion Techno

Boris Eichler

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