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Foto© Loveparade.net
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Aktuelle Erhebungen zur Größe der Techno-Szene liegen nicht vor. Die Shell-Jugendstudie 1997 ging von 1 bis 1,5 Mio. regelmäßigen Szenegängern und 2 bis 2,5 Mio. 'Gelegenheitstechnoiden' aus. Diese Zahlen erscheinen für den heutigen Stand eher zu tief gegriffen: Die Züricher Streetparade etwa wartet jährlich mit deutlich über 1 Mio. Besucher auf und an Sommerwochenenden sind allein bei den namhaften Festivals je 25.000 bis 50.000 Besucher registriert. Dass ein Event wie die Streetparade es vermag, etwa ein Drittel des weiteren Szenekreises zu mobilisieren, erscheint unwahrscheinlich, weshalb die Zahl der 'Technoiden' eher höher anzusetzen sein dürfte.

Dies liegt auch an der geänderten Alterstruktur der Szenegänger. In den 90er Jahren war Techno eine Jugendkultur. Inzwischen wird Techno zwar von den Massenmedien noch als solche bezeichnet, hat sich aber entscheidend gewandelt. Die Shell-Jugendstudie taxierte den Anteil der unter 20jährigen 1997 noch auf zwei Drittel. Inzwischen liegt der altersmäßige Schwerpunkt bei den Anfang 20jährigen. Nicht wenige Szenegänger der 90er sind Techno treu geblieben, so dass zumindest in den großstädtischen Clubs Besucher über 30 zum Alltag gehören.


Die Aktiven der Szene sind unterdessen häufig jenseits der 40 angelangt - dass sie ihren Anteil ohne Verlust an Kredibilität beim Techno-Nachwuchs leisten, spricht ebenfalls dafür, dass sich Techno von einer Jugendszene zu einer an bestimmten kulturellen Anknüpfungspunkten orientierten Szene gewandelt hat, für die das Alter der Macher und Konsumenten nur untergeordnete Bedeutung hat.

Damit vollzieht Techno eine ähnliche Entwicklung wie Rock, der einst als Jugend- und Protestkultur eingeschätzt wurde und sich nun in ausverkauften Hallen mit 60jährigen Stars vor einem 50jährigen Publikum präsentiert.

Dass dies in der Öffentlichkeit so nicht wahrgenommen wird, liegt unter anderem am zwischenzeitlichen Wegbrechen der Loveparade, die nicht nur der größte Event der Szene war, sondern auch als einziger die Beachtung nahezu aller Massenmedien fand, die der Bewegung im übrigen eher mit Desinteresse und Geringschätzung begegneten als mit Recherche und Durchdringung. Die zunehmende Hinwendung des öffentlich-rechtlichen Rundfunks zum Massengeschmack tat ein Übriges.
Letzte Aktualisierung ( Sonntag, 4. November 2007 )
 

Redaktion Techno

Boris Eichler

Multimedia Techno

icon_techno.jpgTECHNO Die Szene spiegelt das Bild und den Zeitgeist einer ganzen Generationen in den neunziger Jahren wider... 
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