| Einstellung |
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Die Kombination von Technomusik, Ambiente und 'Feierstimmung' auf Techno-Events soll idealer weise ein aus dem Alltag herausgehobenes Glücksgefühl vermitteln und vor allem dem Ziel dienen, 'einfach nur Spaß zu haben': "Jeder will in guter Stimmung sein und abfeiern". Was ziemlich egoistisch bzw. solipsistisch klingt, hat durchaus eine starke soziale Komponente - die besondere Intensität des Erlebens auf Techno-Parties setzt gefühlte Gemeinsamkeit des Erlebens voraus. Eine Party feiern heißt immer, zusammen eine Party feiern und gemeinsam Spaß zu haben. So ist die Techno-Szene vor allem eine Szene, die sich selber als Gemeinschaft feiert, die das Ideal einer Einheit im Hier und Jetzt, auf einem Event anstrebt. Allen gemein ist der unausgesprochene Wunsch, beim Feiern frei zu sein und die Zeit zu vergessen, einen kindgleichen Zustand zu erreichen, in dem ohne Angst und intellektuelle Steuerung gemeinsam das "Jetzt" genossen wird. Gerade dazu ist die technoide Musik mit ihrem sequentiellen und psychowirksamen Charakter ein entscheidendes Anschubmittel. Techno-Events bieten aber nicht nur Gelegenheit zum Tanzen, sondern sind auch der Ort, an dem man 'neue Leute' kennen lernen, gemeinsam 'abhängen' und sich (unbeschwert) in einem pflichtfreien Raum mit 'Gleichgesinnten' austauschen kann. Es ist vor allem die Offenheit, die Toleranz und die Kommunikationsfreude, die Technoide an der Szene so schätzen. Ebenso geschätzt wird (vor allem von Mädchen und Frauen) und von sehr großer Bedeutung ist die (weitgehende) Abwesenheit von Gewalt und die relative kulturelle Diskriminierung von 'machohaftem' Verhalten ('anbaggern'). Auch Rassismus ist in der Szene fast nicht zu finden. Toleranz ist oberstes Gebot - dies zeigt sich auch im hohen Szenestatus von Individualisten, die dies deutlich zur Schau stellen (Freaks). Generell haben Technoide ein unbeschwertes, aber nicht unkritisches Verhältnis zu gesamtgesellschaftlichen (und hier natürlich auch: technologischen) Entwicklungen, welches allerdings nicht mit Ignoranz oder Opportunismus gleichzusetzen ist. Vielmehr scheinen Technoide zu konsequent individualistischer Aneignung vorgegebener Optionen zu tendieren: Man will Spaß haben und sich wohl fühlen, und dazu nutzt man die gegebenen technischen, finanziellen, sozialen, marktförmigen Möglichkeiten der späten Moderne - jedoch ohne Respekt (man bedenke die vielfältigen Markenparodien). |
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| Letzte Aktualisierung ( Sonntag, 4. November 2007 ) |
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