| History |
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Die Vorläufer der Skinheads sind die Mods bzw. Hard Mods. Ihren Stil bezogen sie aber auch von den sog. Rude Boys, männlichen schwarzen Migrantenjugendlichen aus Jamaika, die sich in den Sechzigern ihre Haare durch Kurzscheren "glätteten", um den Weißen ähnlicher zu sein, was nun wiederum die weißen Arbeiterjugendlichen kopierten, weil sie die Rude Boys "cool" fanden. Diese waren in Gangs organisiert, hatten ihre eigenen Klubs und hörten eine Musik, die damals niemand sonst mochte: Reggae bzw. Ska (so die Bezeichnung des frühen Reggae, in dem nicht der Bass, sondern die Bläser den Ton angaben) und Soul. Die Skinheads übernahmen dies und so ist eigentlich erst durch die Vermischung von "schwarzer" und "weißer" Arbeiterkultur der Skinheadstil entstanden. So war auch die erste Band, die 1968 ein komplettes Album mit Songs für die neue Jugendkultur veröffentlichte ("Skinhead Moonstomp"), eine "schwarze" Reggae/Ska-Band: Symarip. Ende der 60er Jahre waren die Skinheads in britischen Arbeitervierteln die dominante Jugendkultur. Anfang der 70er Jahre ebbte diese Bewegung aber bereits wieder ab. Im Laufe der 70er Jahre entdeckten Neonazi-Gruppen die Skinheads: Proletarische junge Männer, die sich gerne prügelten und von der Mehrheitsgesellschaft deshalb scharf abgelehnt wurden, schienen ihnen nützlich zu sein. Um wirklich in dieser von schwarzer Musik und schwarzer Kultur geprägten Szene Fuß fassen zu können, bedurfte es allerdings erst einer Änderung der Musik. Bis weit in die 70er Jahre hinein waren quasi alle Idole, Musiker, DJs etc. der Skinheadszene "schwarz". Das änderte sich erst mit dem Punk. Als der Punk nach seiner kurzen rebellischen, anti-kommerziellen Gründungsphase Teil der Populärkultur wurde, versuchte ein Teil der Punkszene, das Rad wieder zurückzudrehen und den Punk zu seinen Ursprüngen zurückzuführen. Begriffe wie "Streetpunk", "Realpunk", "Working Class Punk" kamen auf, die Musik dazu wurde härter, weniger artifiziell (als Abgrenzung zu New Wave). Um sich auch optisch von den "Modepunks" abzugrenzen, änderten diese Punks auch ihren äußeren Stil: Sie stylten sich härter, "prolliger", militanter; kurze Haare statt bunte Haare waren nun angesagt. Aus Punks wurden Skinheads und die Musik, die sie hörten, nannte sich nun "Oi!" bzw. "Oi!-Punk". Kultbands jener Zeit sind Sham 69, Cock Sparrer oder Cockney Rejects, die auch den Begriff erstmals in einem Song verwendeten und damit der neuen Musik/Bewegung einen Namen gaben. Die Mehrzahl der neuen Oi!-Bands waren nicht rechtsorientiert. Aber nun standen erstmals weiße Musiker auf der Bühne und damit war es möglich, dass auch rechtsextreme und rassistische Einstellungen in der Musik ihr Echo fanden und damit Neonazis massiver auf diese Szene einwirken konnten. Die bekannteste rechtsextreme Band jener zweiten Skinheadgeneration ist Skrewdriver, deren Kopf Ian Stuart (der im September 1993 bei einem Autounfall ums Leben kam) zum wichtigsten Agitator und "Kulturbotschafter" der Neonazis innerhalb der Skinheadkultur wurde und heute noch absolut von diesen verehrt wird. Gleichzeitig erfolgte jedoch mit neuen Bands wie The Specials, Madness, Bad Manners oder The Selecter ein Ska-Revival, das ebenfalls den Skinheadkult auch auf dem europäischen Festland bekannter machte. Diese beiden Strömungen ab Ende der 70er Jahre - das antirassistische Ska-Revival und das Aufkommen von Oi!-Skins rund um den Punk inklusive einer minoritären rechtsextremen Fraktion - hatten zur Folge, dass sich die Skinheadkultur im Laufe der 80er Jahre politisch und kulturell-ästhetisch ausdifferenzierte, wobei allerdings in den Medien fast ausschließlich der rechten Fraktion verstärkte Aufmerksamkeit beigemessen wurde. Dies führte dazu, dass sich in der Tat immer mehr rechtsorientierte junge Männer für die Skinheadkultur interessierten, während andere sich abschrecken ließen. Verheerende Folgen hatte dieses Medienimage vor allem in den neuen Bundesländern, wo sich bereits in der zweiten Hälfte der 80er Jahre, aber massiv nach der Maueröffnung zahlreiche rechte "Skinhead"-Gruppierungen bildeten. |
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| Letzte Aktualisierung ( Mittwoch, 9. April 2008 ) |
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