Rituale E-Mail

Foto© GFR e.V./Feencon.de
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Außerhalb der Spielrunden findet man kaum Rituale. Treffen sich zwei Rollenspieler im Alltag, erkennen sie einander wenn, dann an Äußerungen typischer Medienvorlieben, -zitate und -anekdoten, die einen Rollenspieler-Hintergrund vermuten lassen. Ab und an lassen Spieler die Sprechweise ihrer Figuren in den Alltag einfließen; Fantasy-Spieler benutzen dann z.B. ein peudomittelalterliches Deutsch, das aus altertümlichem Vokabular und Satzbau, Pluralis majestatis und häufigen Ausrufen und Imperativen besteht ("Bring Er mir einen Humpen von seinem Besten!" statt "Könnte ich eine Cola haben?"). Einige Rollenspieler erzählen einander gern an öffentlichen Orten möglichst abenteuerliche oder blutrünstige Ereignisse der letzten Spielhandlung und genießen die so erzeugte Irritation der Nicht-Spieler ("Normalsterblichen").

Jede Spielrunde entwickelt jedoch eigene Rituale für den Spielabend: Von wann bis wann wird gespielt, wann werden Pausen gemacht, wer fährt wen nach Hause, was macht man zusammen vor oder nach einer Session, usw. Auch der Aufbau der Spielutensilien auf dem Tisch ist einigermaßen eingespielt. Um Atmosphäre zu erzeugen, dimmen viele Spielrunden vor Beginn das Licht, zünden Kerzen an und legen zum Genre passende Hintergrundmusik auf. Ein Spielabend ist stets fest mit gemeinsamem Essen und Trinken verbunden (Softdrinks, Knabberkram, Süßwaren, Fast Food), wobei die Spielgruppen feste „Speisepläne" entwickeln: Wer bringt was mit, wann wird Pizza bestellt, etc.

Stark ritualisiert ist schließlich der eigene Medienumgang. Einzeln oder als Gruppe pflegen Rollenspieler feste Termine für bestimmte Fernsehserien, Kino- und DVD-Abende, Online-Spiele, Brettspielabende, allabendliches Hörspielhören oder Besuche des örtlichen Comicladens. (Darin unterscheiden sie sich von der Normalbevölkerung aber mehr graduell als grundsätzlich.)


Letzte Aktualisierung ( Freitag, 9. November 2007 )
 

User Comments

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Also ich muss mal sagen dass ich das ganze hier ein bissl überzogen finde, das klingt alles so als wären RPGler eine Sekte oder so, das sind doch auch nur normale Leute mit einem nicht unbedingt Mainstream konformen Hobby.

Veröffentlicht von Sinthoras, An 11/19/2007 bei 18:52

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Redaktion Rollenspieler

Sebastian Deterding

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