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Foto© Oxbloodoi.com
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Die Vorläufer von Punk sind in den USA und dort vor allem in der New Yorker Szenelandschaft zu suchen: Von dort stammten die Ramones, deren schneller und einfacher Sound die Musik-Welt aufhorchen ließ. Massenmediale Aufmerksamkeit erlangte Punk jedoch erst mit den Londoner Sex Pistols ab 1976, deren skandalöse Konzerte, bei denen sie das Publikum beschimpften, schockierende Symbolik sowie spektakuläre Auftritte zum Queen-Jubiläum 1977 (u.a. skandierten sie ihren Song "God save the Queen - the fascist regime" gut hörbar zur offiziellen Parade) ‚Punk' weltweit bekannt machten. Inspiriert durch die Sex Pistols gründeten sich rasch weitere Punk-Bands wie u.a. Clash und Damned.

Erste Bands in der BRD gab es bereits 1977 (Male, Mittagspause), eine gefestigte Szene entstand jedoch erst 1978/1979. Die frühen Bands orientierten sich stark an den englischen Gruppen und sangen auch meist in Englisch. Erst mit dem neuen Jahrzehnt etablierte sich eine wirklich eigenständige Szene mit Bands, die in der Landessprache sangen. Als prägend sind dabei insbesondere Slime, Hass, Canal Terror und Toxoplasma zu nennen. Punks in der DDR hatten mit weitaus härteren Widerständen zu kämpfen als ihre westdeutschen Gleichgesinnten. Bands (u.a. Schleim-Keim, Kaltfront) und ihre Anhänger wurden von der Staatssicherheit verfolgt und häufig nur aufgrund ihres Äußeren zu Haftstrafen verurteilt. Auftritte konnten dort lediglich in kirchlichen Räumlichkeiten stattfinden.
In den 80er Jahren folgten verschiedene musikalische und damit verbunden auch inhaltliche Ausdifferenzierungen, so u.a. Streetpunk (Exploited) und Hardcore (Minor Threat), seit Beginn der 90er Jahre Grunge (Nirvana), Melody-Core (Bad Religion, No FX), eine neue Pop-Punk-Welle (Green Day, Offspring) sowie Punk'n'Roll (u.a. Turbonegro).

In Deutschland löste der Mauerfall eine gesteigerte Nachfrage nach den Veröffentlichungen deutschsprachiger Punk-Bands aus - insbesondere von Seiten der nun nicht länger durch staatssicherheitliche Restriktionen am Kauf von ‚West-Produkten' gehinderten ostdeutschen Punks. Aber auch insgesamt erfuhr das Genre ‚Deutschpunk' einen Aufwind durch zahlreiche Bandneugründungen, nachdem die Szene in den Jahren zuvor sehr vom US-Hardcore geprägt gewesen war. Bedingt durch die weltweite Vernetzung ist die musikstilistische Entwicklung in Deutschland dennoch nie losgelöst von internationalen Tendenzen vonstatten gegangen. Dies dokumentiert sich beispielsweise darin, dass auch die jüngsten Einflüsse durch Bands der sogenannten "Hamburger Schule" ihr britisches Äquivalent im Gitarrenpop-Revival der späten 90er haben.
Letzte Aktualisierung ( Sonntag, 4. November 2007 )
 

Redaktion Punk

Andreas Kuttner

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