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Der Szenealltag, etwa in Form gemeinsamer Trainingstreffen, spielt sich in der Parkourszene überwiegend in lokalen oder regionalen Gruppen ab. Die Vernetzung zu festen Gruppen sowie die Wahl eines identitätsstiftenden Gruppennamens dienen nicht nur Repräsentationszwecken sondern auch einer szeneinternen Solidarisierung im Umgang mit der nicht-szenischen Öffentlichkeit – und damit einer Verbesserung der Chancen, szenetypische Raumansprüche geltend machen zu können. Für Einzelgänger sollten sich derartige Aushandlungsprozesse hingegen eher schwierig gestalten.
Traceure und Parkourgruppen zeigen sich jedoch auch überaus aktiv und mobil, wenn es um die Knüpfung überregionaler Kontakte geht. Ein reger Austausch ist nicht ausschließlich im deutschsprachigen Raum zu beobachten: Das Parkournetzwerk erstreckt sich weit über regionale und nationale Grenzen hinweg, so dass von einer international ausgerichteten, wenn nicht sogar globalen Parkourszene die Rede sein kann. Konnte ‚Parkour‘ anfangs noch als ‚Sammelbecken‘ für eine Vielzahl von bewegungssportlichen Einflüssen auf der Basis eines konkreten traditionellen ‚philosophischen‘ Fundaments verstanden werden, so erreichte dieses ‚Gefäß‘ mit dem Aufkommen von »Freerunning« und »Tricking« die Grenzen seines Fassungsvermögens. Aus dem Parkour haben sich im Verlauf der vergangenen Jahrzehnte weitere Spielarten entwickelt, die nunmehr gleichwertig unter dem Dach der »Kunst der Fortbewegung« nebeneinander stehen. Obwohl diese Einordnung auf eine horizontale Hierarchie der Bewegungssportarten hindeutet, verweisen kontroverse Diskussionen innerhalb der Parkourszene wie auch in benachbarten Sportszenen auf eine Tendenz zur Ausprägung vertikaler Strukturen: Innerhalb der Parkourszene wird anhaltend diskursiv ausgehandelt, welche der Freestyle-Sportdisziplinen jeweils höher zu bewerten sind als andere. Neuerdings wird der Begriff ‚Parkour‘ mehrheitlich wieder gemäß der ursprünglichen Definition nach David Belle verwendet (siehe hierzu ausführlich: History, Hintergründe). |
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