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(c) Pablo Giese
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In erster Linie besteht der thematische Fokus der Parkour-Szene in einer körperlich-aneignenden wie auch sprachlich-diskursiven Auseinandersetzung mit verschiedenartigen Bewegungsformen, die es für einen sportlich-kreativen Umgang mit der räumlichen Umwelt zu beherrschen, auszudifferenzieren und weiterzuentwickeln gilt.

Zunächst wird dabei in der Regel das relativ überschaubare Standardrepertoire der Grundbewegungen erlernt. Diese werden nach und nach dergestalt trainiert, dass sie der Überwindung schwierigerer Hindernisse dienen können, flüssiger ausfallen, ökonomischer ausgeführt sowie miteinander kombiniert werden können. Mitunter können diese szenetypischen Lernprozesse von Phasen der Stagnation unterbrochen werden, denen Traceure mit Frustrationstoleranz trotzen müssen, wenn sie ihre selbstgesteckten Lernziele erreichen wollen. Eines der Ziele in der Anwendung der beherrschten Bewegungen ist etwa eine kreative Überwindung von Hindernisanordnungen, die auf einfallsreiche Weise komplex choreografiert in einen zusammenhängenden Lauf eingebunden werden.

Auf der nächsten Stufe des Könnens wenden sich Traceure (in je individuell unterschiedlichem Lerntempo) häufig zusätzlich weiteren Spielarten der Kunst der Fortbewegung zu. Um eine stetige Erweiterung des Bewegungsrepertoires zu begünstigen, beziehen viele Traceure Inspiration aus anderen Bewegungssportarten oder -szenen, wie z.B. dem ‚Freerunning‘. Aus dem Anspruch, permanent neue Bewegungsmöglichkeiten zu entdecken und die Kunst der Fortbewegung dadurch insgesamt beständig zu perfektionieren, ergibt sich eine generelle Offenheit für Einflüsse anderer Bewegungssportarten und die daraus resultierenden verschiedenen Spielarten von Parkour.

Vor dem Hintergrund einer sich stark ausweitenden Nutzung von Parkour als Träger für Werbebotschaften zeigen sich in der Parkour-Szene Bemühungen, diesen Sport mitsamt der zugrundeliegenden Philosophie umfassend und korrekt nach Außen darzustellen. Beispielsweise sollen Traceure durch die szeneinterne Veröffentlichung von ‚Handlungsrichtlinien‘ für einen kompetenten Umgang mit Medienvertretern geschult und sensibilisiert werden, um hiermit die Veröffentlichung missverständlicher oder reißerischer medialer Darstellungen zu vermeiden. Das Engagement im Bereich der Außendarstellung kann als ein weiterer thematischer Fokus einzelner Traceure oder entsprechend motivierter Gruppierungen gesehen werden.
Letzte Aktualisierung ( Sonntag, 22. November 2009 )
 

Redaktion Parkour

Pablo Giese


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