| History |
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Die thematischen und ästhetischen Wurzeln des Pagan Metal sind seit Jahrzehnten fest im klassischen wie im populären Metal verankert. Musikhistorisch gesehen ist Pagan Metal demnach kein neues Subgenre, sondern bereits im damals noch jungen Hard Rock der späten Sechziger Jahre tauchten Motive auf, welche heute im Pagan Metal wieder populär sind. Der 1970 veröffentlichte „Immigrant Song“ von Led Zeppelin gilt als frühe Blaupause für zahllose typische Heavy-Metal-Songtexte über die Wikinger und ihre Götter. Die Vertonung von Motiven aus nordischen Sagen war bis in die späten Achtziger eine kaum hinterfragte Praxis im Heavy Metal. Titel wie „Thunder On The Tundra“ (Thor, 1984) oder „Son Of Odin“ (Elixir, 1986) spiegelten einen zeitgemäßen Typ des epischen Metal-Songs, wie er von Manowar populär gemacht wurde (z.B. „Thor [The Powerhead]“, 1984). Ab 1988 verdichtet die schwedische Band Bathory den epischen Metal-Sound mit Texten und Bildern von Wikingern und deren Göttern zu einem eigenen Stil, der die Geburtstunde des „Viking Metal“ markiert. 1989 widmet die englische Thrash-Metal-Band Sabbat ihr Konzept-Album „Dreamweaver“ der Vertonung eines Romans über die Bekehrung eines Christen zum Heidentum. Die Nachfolgeband Skyclad formuliert auf ihrem Debut (1991) explizit heidnische Kritik an der modernen Gesellschaft, welche den „falschen Göttern“ (Geld, Fortschritt, Wissenschaft etc.) huldigt. Ausdrücklich als „Viking Metal“ bezeichnet die norwegische Band Enslaved (seit 1991) ihre Musik. Die historisch und mythologisch inspirierten Songs trägt sie zunächst auf Norwegisch und Altisländisch vor, was der Musik neben dem ungewöhnlichen Klang einen Hauch des Authentischen verleiht. Die Anspruchshaltung ändert sich in den Neunziger Jahren radikal: zahlreiche junge Bands stellen klar, dass sie mythische und historische Themen nicht zur Unterhaltung aufgreifen, sondern Wert auf anspruchsvollere Texte und eine ernste Anknüpfung an vorchristliche Werte und Spiritualität legen. Ideologische Hintergründe spielten bis dahin kaum eine Rolle. Mythen und Metal – diese Kombination war weit mehr als nur erprobt, jedoch immer noch kaum kritisch hinterfragt. Dies sollte sich vor allem durch die Verbindung von Black Metal und extrem rechten Versionen neuen „Heidentums“ ab Mitte der Neunziger Jahre ändern, als Gruppen wie Burzum ihre Musik ideologisch aufladen. In diesem chaotischen Spannungsfeld taucht immer häufiger die Bezeichnung „Pagan Metal“ für jene Gruppen auf, die sich vor allem inhaltlich vom „satanischen“ Black Metal abgrenzen wollten. Pagan Metal hat sich nach der Jahrtausendwende endgültig als eigenständiger Metal-Stil mit einer im Wachstum begriffenen Szene mit eigenen Tourneen und Festivals etabliert. Auch wenn die nordische Mythologie und die Wikingerära die häufigsten Anknüpfungspunkte bilden, werden unter dem Banner des Pagan Metal mittlerweile Götter, Mythen und Geschichten aus zahlreichen Kulturkreisen besungen. Bild: Mit „Hammerheart“ legte die schwedische Band BATHORY bereits 1989 ein musikalisch wie ästhetisch wegweisendes Album für die Pagan Metal Szene vor. |
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| Letzte Aktualisierung ( Sonntag, 7. Juni 2009 ) |
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