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Emotionale Naturverbundenheit, Bekenntnisse zu Heimat (auch als Nation) und Folklore, eine Besinnung auf vermeintlich „alte“ Werte und Traditionen, verbunden mit einer klaren Absage an monotheistische Religionen, vor allem Christen- und Judentum sowie damit assoziierte „Schwächen“ – diese Orientierungen verdichten sich im Pagan Metal zu thematischen Fokussen, welche häufig nur unscharfe Konturen erkennen lassen und szene-intern wie -extern diskutiert werden.

Pagan Metal liegt somit theoretisch und praktisch wiederum im Fokus extrem linker und rechter Gruppierungen, die ihre jeweils eigene radikal verkürzte Perspektive auf „Pagan Metal“ anwenden. Extrem Rechte vereinnahmen Pagan Metal als Vehikel für völkische Ideologie. Extreme Linke lehnen Pagan Metal oft aus genau diesen Gründen radikal ab, bestätigen also im Grunde die extrem Rechten in ihrer strategischen Praxis. Dass Pagan Metal wesentlich mehr beinhalten und bedeuten kann, blenden beide Gruppierungen in der Regel aus.

Der Fokus liegt somit auf „mehr als nur Musik“, wobei gerade dieses „mehr“ kaum eingegrenzt werden kann, da allein die Bedeutung des „Heidnischen“ im Pagan Metal vielfältig und umstritten ist. Manche Szenegänger möchten Pagan Metal als unpolitischen Metal-(Lebens)stil verstanden wissen, bei welchem das gemeinsame Erleben, die Freude und das Interesse an Musik, Folklore und Mythen im Vordergrund stehen; andere wiederum verstehen Pagan Metal als Musik, die bereits aus dem Bekenntnis zum „Heidnischen“ politisch aufgeladen ist und für bestimmte Werte steht: häufig thematisiert werden Treue (zur Familie, zur Heimat, zum Land, zur Nation, zur „Rasse“ etc.), Rückbesinnung auf vermeintlich vorchristliche Werte und Spiritualität, Widerstand gegen alle Religionen mit einem Absolutheitsanspruch, Widerstand auch gegen Umweltzerstörung und die soziokulturellen Folgen der s. g. „Globalisierung“.

Bild: Seit einigen Jahren gerät Pagan Metal zunehmend in den Fokus der Öffentlichkeit, so berichtete das ARD-Magazin Polylux über das Ragnarök-Festival 2006.
Letzte Aktualisierung ( Montag, 8. Juni 2009 )
 

Redaktion Pagan Metal

Thor Wanzek

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