| "Hitzler auf dem Highway" wir fragen nach |
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Am 18. Februar fand im Hardenberg-Center in Dortmund die erste offizielle Pressekonferenz zur Loveparade 2008 statt. Der Pressemappe war unter anderen zu entnehmen: „Prof. Dr. Ronald Hitzler, Szeneforscher an der Technischen Universität Dortmund: Die Loveparade schafft neue Erlebniswelten: Sie symbolisiert mit den verschiedenen Strecken, auf denen sie durch das Ruhrgebiet zieht, augenfällig den Metropolen-Gedanken. Sie führt diese Metropole auf das Jahr der Kulturhauptstadt 2010 hin und durch dieses hindurch. Und - das haben wir 2007 auf der Strecke durch Essen erlebt und werden es heuer in Dortmund vermutlich noch eindrucksvoller erleben - sie begeistert die Menschen hier dafür, wirklich zusammen zu feiern." Wir haben bei Ronald Hitzler nochmals direkt nachgefragt.
Daniel Tepe: Wo und wann findet die Loveparade
2008 denn nun statt?
Daniel Tepe: Und das bedeutet natürlich, dass die Autobahn gesperrt werden muss? Ronald Hitzler: Ja, vermutlich zwei bis zweieinhalb Tage lang. Insofern eröffnet die Loveparade in diesem Jahr zwangsläufig natürlich für all die vielen Autofahrer, die von der A 40 über andere Strecken und Ecken des Ruhrgebiets ab- und umgeleitet werden müssen, neue Erlebniswelten – vermutlich nicht immer zu deren großer Freude. Daniel Tepe: Aber die Raver werden selber wohl doch einen besonderen Erlebniskick haben, wenn sie für ihre Party die Autobahn besetzen dürfen. Ronald Hitzler: Ich denke, ob den Ravern wirklich klar wird, an welcher unglaublichen Location sie dieses Mal feiern werden, das hängt davon ab, dass es gelingt, ihnen das Sensationelle daran auch tatsächlich bewusst zu machen. Den Menschen, die zur Parade kommen werden, muss einfach sehr deutlich vor Augen geführt werden, dass wir tatsächlich auf der Hauptschlagader des Verkehrs und zugleich mitten in der Stadt Dortmund tanzen werden. Daniel Tepe: Wie kommt denn die Techno-Szene des Ruhrgebiets mit der Loveparade zurecht? Ronald Hitzler: Ich denke, erst einmal müssen wir uns darüber verständigen, wie die Szene hier eigentlich ‚tickt’. Global gesehen hat die Szene, die auf elektronische Tanzmusik fokussiert ist, vereinfacht gesagt also: die Techno-Szene insgesamt, schon immer auf zwei Merkmale großen Wert gelegt: einerseits darauf, „different“ zu sein gegenüber allem „Normalen“ und „Bürgerlichen“, also einfach irgendwie „anders“ zu sein, und andererseits eine „community“, eine Gemeinschaft, mit dem Gefühl von „unity“, von Zusammengehörigkeit, zu sein. Das Besondere an der Szene hier im Ruhrgebiet scheint mir nun zu sein, dass sie sich eben nicht so dezidiert „different“, nicht so expressiv antibürgerlich geben muss, wie das anderswo augenscheinlich der Fall ist. Das hat sehr viel damit zu tun, dass das Ruhrgebiet traditionell eine egalitäre Kultur hat bzw. dass es sich auszeichnet durch eine aus der Geschichte gewachsene Solidarität, die wir in anderen Metropolen so eben nicht finden.Daniel Tepe: Ja, und hat diese nicht so andersartigkeitsbedürftige Szene des Ruhrgebiets nun die Loveparade akzeptiert? Ronald Hitzler: So weit ich das als – der Szene ziemlich nahe stehender – Beobachter einschätzen kann, ist die Loveparade von der Szene der künftigen „Metropole Ruhr“ an-, ja nachgerade aufgenommen worden. Die Parade ist augenscheinlich ein wichtiger und von der hiesigen Szene auch geschätzter Impulsgeber für weitere, spannende Entwicklungen. Und sie ist, meiner Wahrnehmung nach, ein starker Auslöser dafür, dass die hiesige Szene derzeit ein mich beeindruckendes Selbstbewusstsein entwickelt. Andererseits, und das sollten wir ebenfalls würdigen, fungieren aber auch die Szeneleute im Revier als kundige Ratgeber und als verlässliche Partner für die Macher der Loveparade. Daniel Tepe: Also eine „win-win“-Situation? Ronald Hitzler: Das Besondere an dieser Partnerschaft ist meines Erachtens tatsächlich ein erkennbar geringerer Bedarf nach Unterscheidung, Abgrenzung und Absonderung und eine erhöhte und immer noch zunehmende Bereitschaft beider Seiten, die gemeinsamen Interessen zu erkennen und möglichst vertrauensvoll zusammen zu arbeiten. Ich würde sogar von eienr „win-win-win“-Situation sprechen, denn die Parade ist ein Metropolen-Event, das bereits jetzt „Ruhr 2010“ symbolisiert und das bereits jetzt das Konzept der Kulturhauptstadt im wahrsten Sinne des Wortes in und mit sich trägt. |
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| Letzte Aktualisierung ( Dienstag, 19. Februar 2008 ) |
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