Symbole E-Mail

Das gegenseitige Erkennen als Szenegänger ist eine wichtige Voraussetzung der Interaktion zwischen den Szenemitgliedern und darüber hinaus für die Selbstwahrnehmung und den Bestand der Szene. Die Repräsentation als „Indie" dient außerdem dem Selbstbekenntnis und damit der Versicherung der eigenen Zugehörigkeit, der Statussicherung durch das Aufzeigen charakteristischer Symbole, wie auch interessanterweise der Verbreitung des spezifischen Lifestyles des „Indies".

Bedingt durch die szenespezifische Fokussierung auf ‚Musik‘ dienen vor allem Kleidungsstücke und Accessoires mit Bandbezug zur Akzentuierung der Szenezugehörigkeit. Ganz besonders T-Shirts mit Bandmotiven, insbesondere wenn sie bei Konzerten erworben wurden, und Buttons an allen möglichen Kleidungsstücken erfreuen sich hoher Beliebtheit. Mithilfe dieser Outfitkomponenten kann der „Indie" seine grundlegende Zugehörigkeit (im Falle allseits bekannter Bands), aber auch seine profilierte Kennerschaft (bei unbekannten Bands oder in Referenz auf szenegeschichtlich bedeutende Wegbereiter) zum Ausdruck bringen (siehe: Strukturen).

Weit schwieriger erkennbar und in der Weise auch der Gefahr interszenischer Indifferenz ausgesetzt, ist der von der Musik im Wesentlichen losgelöste Kleidungsstil des „Indies". Obwohl (einerseits) der Stil einiger Szenegänger extrem individuell ausfallen kann und (andererseits) ‚Indie-Mode‘ auch von Nichtszenezugehörigen kopiert bzw. aufgegriffen oder modifiziert wird - beispielsweise im Zuge der genannten Tendenzen der Vermassung und Kommerzialisierung -, lassen sich (grob vereinfacht) einige Basics aufzählen: Vor allem bei den „Indie-Jungen" ist das weiß-schwarz quergestreifte T-Shirt weit verbreitet und hatte zeitweise einen nahezu uniformen Wert für den „Indie". Als überdies fast obligatorisch können die so genannten „Chucks" gelten, die es in verschiedensten Ausführungen gibt. Die Firma Converse stellt diese Stoffturnschuhe nahezu unverändert seit den 1970‘ern her. Sie standen auch bei der „Punk-" wie „Grunge- Bewegung" hoch im Kurs. Ausgeprägte Abnutzungserscheinungen bei Schuhen bezeugen Authentizität und lassen sich in Abgrenzung zum „glatt gebügelten Mainstream", hier also vom allzu „feinen und sauberen" und damit als unecht Bezeichneten verstehen. Zudem sind für Jungen und Männer Seitenscheitel charakteristisch, wobei die Haare weder besonders lang noch extrem kurz getragen werden. Bei „Indie- Mädchen" finden sich häufig Pony-Frisuren. Neben Streifenmustern werden von den Mädchen bzw. Frauen oft auch Punkte-Muster getragen. Neben Chucks erfreuen sich (neuerdings) Ballerinas einer großen Beliebtheit. Zudem finden sowohl bei den weiblichen als auch männlichen „Indies" die vergleichsweise großen, rechteckigen Taschen mit Schultergurt breite Verwendung.

Zusammengefasst transportiert der Kleidungsstil ein natürliches, aber keineswegs ungepflegt oder provokatives, ein ordentliches, jedoch nicht feines Image. Dies unterstreicht die Position des „Indie" zwischen und in deutlicher Ablehnung von sowohl affirmativem „Mainstream" als auch provokanter, rebellischer „Subkultur".

 

Redaktion Indie

Paul Eisewicht
Tilo Grenz

Creative Commons

Dieses Werk ist unter der Creative-Commons-Lizenz Namensnennung-Nichtkommerziell-Keine Bearbeitung lizensiert.

jugendszenen.com (seit 2002)
Unterstützt von der Fakultät 12 der Technischen Universität Dortmund
seit 2007
Unterstützt von MTV Networks Germany seit 2007

Technische Universität Dortmund

MTV Networks