Lifestyle E-Mail

(c)Flickr-user Queens of Sounds (www.queensofsounds.com)
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Vor dem Hintergrund der bisherigen Beschreibungen versteht es sich von selbst, dass es für den „Indie" eher untypisch ist, eine „Doppelidentität" zwischen „normalem Leben" und Szenezugehörigkeit zu führen. Vielmehr gilt es im Grunde als ein Tribut an das Authentische, als „Indie" in der Szene auch „indie" zu sein. Dementsprechend weit in die Lebensbereiche des einzelnen reicht die eigene Verschreibung an die Werte-Linien der Szene. So ist der „Indie-Lifestyle" letztlich ständiger Begleiter und Orientierungsweiser durch die unterschiedlichsten Lebensbereiche (Familie, Freundschaft, Schule, Berufsleben usw.). Eine schöne Verbildlichung lässt sich im bis zum letzten Megabyte mit diversen „Indie-Bands" befüllten „iPod" finden, welcher mittlerweile zur „Indie"-Standardausstattung gezählt werden kann und als allgegenwärtiger musikalischer Begleiter „Indie" als musikgewordene Gesinnung (im Ohr) wirklich überall dabei sein lässt.

Das „poppige", eingängige Wesen der Musik macht es zudem nicht über die Maßen schwer, musikalisch beispielsweise auch die eigene Familie in die eigene Band-Faszination einzubeziehen oder den alles andere als anstößigen, szenetypischen Kleidungsstil (siehe: Symbole) zum ausschließlichen, sozusagen „round-the-clock"-Outfit werden zu lassen.

Der „Indie-Lifestyle" bedeutet aber ebenso - wenn auch tendenziell rückläufig (siehe: Einstellungen) - sich allgegenwärtig neben der musikalischen „independent"-Einstellung auch in anderen Lebensbereichen gegenüber der Mainstreamkultur zu positionieren. Die gelegentliche Ablehnung von als primär verwertungsorientiert wahrgenommenen Studiengängen (allen voran die Wirtschaftswissenschaften) mag ein vielleicht selten gewordenes aber auch besonders anschauliches Beispiel zu sein. Hier zeigt sich, dass für „Indies" eine authentische, ja ehrliche, Vereinbarung von szenetypischen Werten und Einstellungen (sich also gegen eine „grassierende" Verwertungslogik zu positionieren) und beruflichen (hier bildungsbiografischen) Entscheidungen von hoher Bedeutung ist.

Insgesamt legt sich damit der „Indie-Lifestyle" typischerweise über den gesamten Alltag des „Indies" und es gilt in höchstem Maße anerkennungsförderlich, seine vielfältigen alltäglichen (Konsum)Entscheidungen konsistent zum bekannten und geschätzten Werteapparat zu gestalten. Damit kann „Indie" typischerweise nicht einfach abgestriffen und an der Garderobe zum Lebensbereich XY abgegeben und danach wieder abgeholt werden. Hieran zeigt sich ein weiteres Mal, dass „Indie" sich nicht nur auf ein bestimmtes, zeitlich und räumlich klar abgegrenzbares Aktivitäts- bzw. Betätigungsfeld bezieht, sondern sich als umfassende „indie-attitude" im Leben des „Indies" verwurzelt.

Letzte Aktualisierung ( Sonntag, 5. April 2009 )
 

Redaktion Indie

Paul Eisewicht
Tilo Grenz

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