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Es liegen für die „Indie- Szene", wie für viele andere Szenen auch, (noch) keine verlässlichen statistischen Daten - wie etwa zur geschätzten Gesamtzahl, dem Durchschnittsalter oder der Geschlechterverteilung - vor. Ganz besonders erschwert wird der Versuch einer Schätzung ebenfalls durch die äußerst schwierige musikalische Grenzziehung (mittlerweile gibt es mit „Indietronic" auch eine elektronische Spielart von „Indie") und durch den aktuellen Wandel der Szene (siehe: History, Strukturen). Als Hilfsmittel einer zumindest groben Schätzung lohnt sich allerdings der Blick auf die Verbreitung von bei „Indies" einschlägigen Print-Magazinen. Schaut man sich die durchschnittliche Verbreitung einschlägiger Zeitschriften pro Ausgabe für das Jahr 2008 an, so erfreuen sich „Musikexpress" mit 17.800, das kostenlose Magazin „Intro" mit 42.600 und die vierteljährlich erscheinende „Spex" mit 21.000 Exemplaren in Deutschland durchaus großer Beliebtheit. Ebenso nicht gerade unerheblich sind die Besucherzahlen auf den zentralen Konzert-Events. Das „Melt!" ist eine einschlägige Adresse für „Indies" und existiert seit 1997. Die fantastische Kulisse auf dem Gelände eines ehemaligen Braunkohletagebaugebiets zog im Jahre 2008 (nach Angaben der Veranstalter) 20.000 „Indies" an. Über diese Zahlen lassen sich allerdings keine verlässlichen Aussagen zur Gesamtgröße der Szene treffen. Zu groß dürfte die Zahl derjenigen sein, welche diesem Raster entgehen, weil sie sich beispielsweise nur online informieren bzw. kleine Club-Konzerte den großen Konzert-Events bewusst vorziehen. Andererseits werden die genannten Festivals und Magazine durchaus auch von Zugehörigen anderer Szenen frequentiert. Die „Indie- Szene" ist alterstechnisch prinzipiell nicht begrenzt, es lässt sich allerdings ein charakteristisches Eintrittsalter von etwa 14 Jahren finden. Gleichermaßen existieren auch keine altersbezogenen Ausschlusskriterien, aber es lässt sich dennoch durchaus ein Altersspektrum ausfindig machen, in welchem offenbar die Gravitationskraft der Szene für den „Indie" typischerweise nachlässt, er seine szenetypischen Aktivitäten gleichsam „herunterschraubt" und im Sog gesellschaftlicher Normalbiografievorstellungen (von der eigenen Familie, finanzieller Selbstständigkeit im Beruf usw.) buchstäblich an den Szenerand driftet. Diese Distanzierung findet üblicherweise im Alter von Mitte bis Ende 20 statt, oftmals zusammengelegt mit dem universitären Bildungsabschluss. Denn es sind vor allem die Gymnasien und später ganz maßgeblich die Hochschulen, in deren sozialem Kontext die „Indies" sich vorwiegend zusammenschließen. Außerdem zeigt sich insgesamt, dass in der Indie-Szene auch viele der Bandmitglieder recht jung sind bzw. zumeist das fünfundzwanzigste Lebensjahr noch nicht überschritten haben. „Indiemädchen" wie auch „Indiejungen" besiedeln gleichermaßen die Szene und verfolgen darüber hinaus erstaunlich ähnliche lebensstilistische und weltanschauliche Grundmotive, was sich am sichtbarsten im „authentischen" Auftreten bzw. Erscheinungsbild niederschlägt. Hinter dem anvisierten im Vergleich zu anderen Szenen dezent-bescheiden erscheinenden Lebensstil des „Indies" verbirgt sich allerdings ein nicht unwesentlicher finanzieller und zeitlicher Aufwand. So will beispielsweise die charakteristischerweise kurze Halbwertszeit der -- natürlich über den „Ipod"-- gehörten und (natürlich oft auch über das Internet) zu beschaffenden Musik als auch die sehr hohe Bedeutung besonderer kleidungsstilistischer Individualitätsmerkmale (Band-T-Shirts, Buttons, Chucks - DAS Must-have-Kleidungsstück schlechthin - usw.) schließlich bezahlt sein. An diesem Punkt offenbart sich ein doch nicht ganz so voraussetzungsfreier Zugang zur Szene. So sorgt die mehrheitlich (bildungs)bürgerliche familiale Herkunft (gesellschaftliche Mittel- bis Oberschicht) des „Indies" nicht unbedingt für Verwunderung. |
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| Letzte Aktualisierung ( Sonntag, 5. April 2009 ) |
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