Wie
bei allen Szenen, nehmen die außeralltäglichen Szene-Events - infolge einer Fokussierung
der Indieszene auf Musik - insbesondere in Form von Konzerten in Clubs bis hin
zu Großevents bzw. Festivals einen ganz elementaren Stellenwert für den „Indie"
ein. Die starke Verteidigungshaltung gegen die vielgestaltigen Erscheinungen
des „Mainstreams" und dabei der Bezug auf die so wichtige Unbekanntheit und
Natürlichkeit bedingen eine große Skepsis gegenüber allen als massentauglich
wahrgenommenen oder gar ausgeschriebenen Erlebnis-Phänomenen. Dies betrifft (sogar)
auch jene „Indie-(Rock-)Festivals", welche sich aufgrund zehntausender Besucher
und unzähliger Bands (mittlerweile) als „Megaevents" verstehen - ungeachtet
dessen, ob diese Festivals ursprünglich eigentlich aus der Szene für die Szene
organisiert worden sind oder ob Major-Veranstaltungsagenturen neuerdings mit
zusätzlichen Bühnen für „Indie"-Nachwuchsbands werben. Beispiele hierfür sind
etwa das „Rock am Ring", „Rock im Park" oder das „Hurricane- Festival". Auch von diesen
grenzt sich ein Teil der „Indies" mehr oder weniger explizit/konsequent ab und
meidet diese zugunsten kleinerer Festivals. Beispiele für die kleineren Events
sind etwa das „Melt!" oder das „Populario", wobei letzteres
hinsichtlich der Größe sogar ausdrücklich auf erwähnte Abgrenzungsattribute
Bezug nimmt: „Die Veranstalter versuchen
ganz bewusst, die familiäre Atmosphäre zu erhalten, da sich Flair vor allem
durch "Qualität statt Quantität" auszeichnet. Deshalb soll die
Besucherzahl auf 4.500 Gäste begrenzt bleiben" (vgl. Indiepedia 2007). Klar
favorisiert sind demgegenüber die vielen Club-Konzerte vergleichsweise
unbekannter, unabhängiger (Nachwuchs)Bands im Kreise einer handvoll Zuhörer in
oft fast privater Wohnzimmeratmosphäre. Dass jedoch dieser Vorzug keineswegs
einhellig innerhalb der Szene geteilt wird, das lässt sich über die Entwicklungstrends
der Vermassung- und Kommerzialisierung leicht nachvollziehen (siehe: Einstellungen).