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In der ersten Generation wurde Hardcore zunächst als eine neue musikalische Spielart des Punk betrachtet. Hauptakteure der ersten Generation (zumeist: Bands), die Bezeichnungen wie ‚Punk', ‚Punkrocker' oder bestenfalls ‚Hardcore-Punk' bevorzugen, bestreiten noch heute, dass zu Beginn die Idee einer eigenständigen Hardcore-Szene bestanden habe - vielmehr betonen sie, dass der Begriff ‚Hardcore' als eine Erfindung der Musikpresse zu betrachten sei, die allerdings (wesentlich später als zu Beginn der 80er Jahre) eine Art eigendynamische Sogwirkung entwickelt habe, der diverse Punkbands und auch Szenegänger gefolgt seien. Die Uneinigkeit über ‚Hardcore' als eigenständiger Stil und über den Grad einer Intentionalität der Abgrenzung vom Punk zieht sich wie ein roter Faden durch die Geschichte der Szene: "Eine andere scheinbare Schlüsselfigur, Henry Rollins, geht 1992 sogar so weit mit seiner Behauptung, BLACK FLAG sei nie eine Hardcore-Band gewesen, den Begriff bzw. die Bewegung an sich als Erfindung von ‚beschissenen Fanzines' darzustellen. Ist Hardcore etwa ein Phantom, (...), das viele der maßgeblich Beteiligten nicht (mehr) ohne Abstriche orten können und wollen? Oder ist Hardcore gerade dadurch der einzig sinnvolle, weil flexible Sammelbegriff für unabhängige linke Rockmusik, in dessen Spannweite (...) nicht mehr Stil, sondern ‚attitude' zum Signifikant geworden ist?" (Büsser 1995: 14f). Die zweite Generation ist insbesondere gekennzeichnet durch die Betonung der Eigenständigkeit der Hardcore-Szene einhergehend mit der musikalischen und lebensstilistischen Abgrenzung vom Punk. Diese Betonung erfolgte nicht nur über die Verfestigung und Verbreitung von ‚Gründungsmythen', sondern gleichsam über die Etablierung eines relativ klaren und trennscharfen ‚Profils' der Szene mittels der Einstellungen des ‚Straight Edge (SXE)' und ‚Do-it-Yourself (DIY)' [siehe dazu: Lifestyle]. In der ‚Hochphase' der zweiten Generation setzte sich die Vorstellung durch, dass Hardcore mehr als nur Musik - ‚Hardcore leben' mit bestimmten konsequent ein- und durchzuhaltenden Einstellungen und Regeln, sowie mit Formen des Engagements verbunden sei und zu sein habe, wobei der Vollzug dieser szenespezifischen Lebensweise nicht selten dogmatische Züge annahm und annimmt. Auch in der dritten Generation wird Hardcore noch immer als eine untrennbare Einheit von Musik und Lebenseinstellung gesehen. Allerdings gestaltet sich der Umgang mit nach szeneinternen Vorstellungen ‚akzeptablen' Lebensentwürfen, Werten und Regeln eher flexibel und modifizierend. Bildlich gesprochen werden in der dritten Hardcore-Generation nicht mehr vollständige Stil- und Wertpakete übernommen, sondern einzelne Bestandteile der Szenekultur zu einem den eigenen Bedürfnissen angepassten Bündel geschnürt - wobei letztlich zählt, nicht nur die eigene Haltung gegenüber anderen Szenezugehörigen deutlich zu machen, sondern auch die konsequente Einhaltung der selbst entwickelten und auferlegten Maßstäbe (glaubhaft) zu inszenieren. In der vierten Generation schließlich scheint die Musik endgültig von den eigentlich szenekennzeichnenden moralischen Grundsätzen der zweiten und dritten Generation abgekoppelt zu sein: Musik soll (wieder ausschließlich) Spaß machen. Erhalten geblieben ist hingegen der Anspruch, sich durch die selbstorganisierte Veranstaltung von Events und die eigenständige Gründung und Führung von Musiklabels und -vertrieben Ausdrucksformen und Freiräume zu verschaffen. |
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| Letzte Aktualisierung ( Montag, 12. November 2007 ) |
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User Comments You must javascript enabled to use this form 'Hardcore' eine Erfindung der Musikpresse? Was ist mit DOAs Album 'Hardcore '81', das bereits 1981 erschien und sich positiv auf den Begriff bezieht? Wieso gibt der Artikel keine (ungefähren) Zeitspannen für die Generationen an? Er ist ungenau und daher schwer nachprüfbar. Wenn man davon ausgeht, dass die 'zweite Generation' die zweite Hälfte der 80er umfassen soll, so ist es trotzdem nicht richtig, HC umstandslos mit SE gleichzusetzen. Was ist mit Agnostic Front, Cro-Mags, SFA, Sick Of It All etc? |
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