Rituale E-Mail
(c) Kathrin Schneider
(c) Kathrin Schneider
Die Graffitiszene ist stark von Ritualen geprägt, die gleichzeitig auch die Hierarchie unter den Writern sichern. Beim crossen werden die Werke von anderen Writern, vor denen man keinen Respekt hat, einfach übersprüht. Das ist meist der Auftakt für eine battle, bei der abhängig vom Kampfgeist des Gegners auch alle eigenen Werke bis zur Unkenntlichkeit zerstört werden können.

Ein weiteres beliebtes Ritual ist, Dosen zu stehlen. Das Abgeben von gestohlener Farbe an andere Writer kann bei Anfängern auch als Initiationsritus verstanden werden. Wichtigstes Ritual unter Writern ist aber das Malen selbst. Die Aktionen werden bis ins kleinste Detail vorausgeplant, vor allem wenn es um das Einsteigen in einen U-Bahnschacht oder Betriebsbahnhof geht.

Die polizeilichen Verfolgungsjagden bieten hierbei Abwechslung und werden nicht selten mit einem wildromantischen Charme verbunden. Writer stilisieren sich zu Verbrechern und das ist oft Bestandteil ihrer Rituale bzw. auch selbst ein Ritual.
Letzte Aktualisierung ( Freitag, 24. Juli 2009 )
 

Redaktion Graffiti

Kathrin Schneider

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