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Die Bezeichnung 'Gothic' klingt mittelalterlich, dunkel und mystisch,
jedoch zugleich - aufgrund des Anglizismus - irgendwie 'modern'. Diese
bereits in der Bezeichnung anklingenden Widersprüchlichkeiten sind
kennzeichnend für die 'Gothic-Szene': Einerseits hängt sie einer längst
vergangenen Zeit romantisierend nach und verleiht dem in ihrem Lebens-
und Kleidungsstile deutlich Ausdruck. Andererseits pflegt sie durch
ihren Fokus auf Ästhetik und Individualität eine ausgeprägt spätmoderne
Existenzform.
Die 'Gothic-Szene' (auch: 'schwarze Szene') gilt - erstaunlicherweise immer noch - als geheimnisumwittert und missverstanden.
Die zum Teil als 'krude' empfundenen Aufmachungen - denn das ist es,
was zunächst 'ins Auge fällt' - einzuordnen, ohne sie einerseits zu
bagatellisieren ('machen die nur um aufzufallen') bzw. andererseits zu
skandalisieren (typische Vorurteile: Todessehnsucht,
Selbstmordgefährdung, Rechtsradikalismus, Satanismus, Opferritualismus
etc.) war die Aufgabe eines Forschungsprojektes, welches im Buch 'Die
Welt der Gothics' (von Axel Schmidt und Klaus Neumann-Braun, 2004)
seinen Niederschlag fand. |
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| Letzte Aktualisierung ( Donnerstag, 8. November 2007 ) |
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User Comments You must javascript enabled to use this form Hmm... Ich finde ebenfalls, dass das, was hier einige behaupten, zutrifft. Die Szene verkommt, ihre mehr oder minder ursprünglichen Ideale gehen verloren. Eigentlich sollte ich nicht so groß tönen, weil ich selbst gerade 18 Jahre alt bin. Aber ich habe schon in meiner anfänglichen Zeit in der Szene, also vor ca. einem Jahr, gemerkt, dass sich die Leute, die sich dort in meinem Alter tummeln, größtenteils stark von mir unterscheiden. Denen geht es nur um die Musik, Spaß, Party, Alkohol und Feiern. Sie bezeichnen Gothic als Lebenseinstellung, ich bezeichne es als Lebensgefühl. Sie hören Industrial, ich höre Darkwave. Die Handvoll Freunde, die ich habe, reicht mir völlig - denen geht es genauso wie mir. Ab und an kann man auch mich in diversen Clubs etc. sehen, aber das ist eher die Ausnahme. Meistens halte ich mich lieber in Parks oder Wäldern auf, von denen wir hier viele haben, oder auf unserem alten Friedhof. Auch ich bin kein Mensch, der durchgehend depressiv ist. Ich lache sehr gerne und bin auch mal albern. Dennoch besitze ich, ohne nun arrogant sein zu wollen, das, was leider vielen heutigen 'Szene-Gängern', genau wie der Durchschnittsgesellschaft, fehlt; Niveau, Intellekt und die Fähigkeit, über den Tellerrand blicken zu können, das Leben in all seinen Facetten nicht nur nehmen, sondern auch genießen zu können. Ich lese ganz gerne, schreibe aber noch viel lieber, vornehmlich Sachen, die in Richtung Fantasy gehen. Ich liebe Romantik und Mystik, finde das Gefühl, mit wehendem Mantel durch Menschenmengen zu schreiten, toll und philosophiere viel und gerne. Außerdem bezeichne ich Bands wie Deine Lakaien und Silke Bischoff als meine Lieblings-Bands. Zwar versteife ich mich keinesfalls darauf, weil ich mich bestimmt nicht in das Raster einer Subkultur presse, allerdings macht das wohl meine 'schwarze' Seite aus. Düstere Romantik bestimmt zu einem großen Teil mein Leben. Ich habe Ruinen und alte Dinge schon geliebt, als ich nicht mal wusste, was die Schwarze Szene überhaupt ist, und wollte damals schon Archäologie studieren (auch wegen meinem Interesse an Geschichte, aber ich weiß schon, warum ich Archäologie - und nicht Geschichte - studieren will ;-)). So, ich weiß selbst nicht, warum ich das nun geschrieben habe. Mir wurde auf Black Flirt letztens ins Gästebuch geschrieben, dass die junge Generation vielleicht doch noch nicht ganz verloren sei... Das ist eine allgemein gesellschaftliche Entwicklung, keine szene-abhängige. Es dürften also noch ganz andere Jugendszenen an Tiefsinn und eigenkulturellem Interesse verloren haben. Nachdenken ist out, Party und Titten sind in. Wird mal wieder Zeit für 'nen Kalten Krieg. ;-) Ich meine immer, heutige 'Goths' haben mit Gothic so viel zu tun wie Emos mit Emotional Hardcore: nämlich rein gar nichts. Genau deshalb wäre ich für eine Überarbeitung dieses Szeneporträts. Oder zumindest für eine separate Abhandlung der traditionellen Szene, wie sie bis ca. Ende der 90er existierte und heute nur noch rudimentär vorzufinden ist. Musikalische Präferenzen, Outfit, Ästhetik, Denkweisen etc. haben sich so stark auseinanderentwickelt - das lässt sich einfach nicht mehr als eine gemeinsame Szene abhandeln. Nun ja, die Industrialszene weiß sehr wohl, von wo sie kommt, zumindest meine Altersklasse. Zumal es ja auch ältere Leute gibt, die auch den Technoboom der 90er Jahre mitbekommen haben und wohl wissen, dass es genau DAS was heute als 'Industrial' bezeichnet wird, früher in jeder popeligen Dorfdisco gespielt hat. Ich bin nicht die einzige Person Mitte 20 die sich auf diversen 'Cybergoth'-Veranstaltungen rumtreibt. Der fehlende 'Tiefgang' in der Szene stört mich allerdings auch immens, ist irgendwie nur mehr 'verkleiden' und 'Party hard' mit einer viel zu großen Portion Arroganz und Hochnäsigkeit. Cybergoth ist der größte Irrtum des neuen Jahrtausends. Diese Leute hören gar keine Industrial Music sondern schlichten Techno-Sound, der als Industrial fehlvermarktet wird (KiEw, Combichrist und ähnlicher Käse). Dass diese Leute das nicht begreifen, liegt allein an der Nichtbeschäftigung mit der Sache. Industrial Music ist für die nämlich gar nicht konsumierbar, von tanzbar kann gar keine Rede. Ferner stellt sich die Frage, inwiefern man von CyberGOTHS sprechen kann, wenn doch überhaupt kein Bezug zu Gothic besteht, weder optisch noch musikalisch. Selbst wenn sie Industrial konsumieren würden, erklärt das noch lange nicht den Namensbestandteil -GOTH. Denn zur Gothic-Musik haben diese Gestalten absolut keinen Bezug. Das Outfit samt Gasmasken und Leuchtstäbe stammt hingegen aus der Rave-Szene. Jeder, der die Entwicklung der Techno-Szene seit 1989 sowie deren Boom zu Beginn/Mitte der 90er live miterlebt hat, weiß das. Was ist mit der Cybergothic Szene? Industrial Musik und so! |
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