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Foto© Annie Bertram
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Die Bezeichnung 'Gothic' klingt mittelalterlich, dunkel und mystisch, jedoch zugleich - aufgrund des Anglizismus - irgendwie 'modern'. Diese bereits in der Bezeichnung anklingenden Widersprüchlichkeiten sind kennzeichnend für die 'Gothic-Szene': Einerseits hängt sie einer längst vergangenen Zeit romantisierend nach und verleiht dem in ihrem Lebens- und Kleidungsstile deutlich Ausdruck. Andererseits pflegt sie durch ihren Fokus auf Ästhetik und Individualität eine ausgeprägt spätmoderne Existenzform.

Die 'Gothic-Szene' (auch: 'schwarze Szene') gilt - erstaunlicherweise immer noch - als geheimnisumwittert und missverstanden. Die zum Teil als 'krude' empfundenen Aufmachungen - denn das ist es, was zunächst 'ins Auge fällt' - einzuordnen, ohne sie einerseits zu bagatellisieren ('machen die nur um aufzufallen') bzw. andererseits zu skandalisieren (typische Vorurteile: Todessehnsucht, Selbstmordgefährdung, Rechtsradikalismus, Satanismus, Opferritualismus etc.) war die Aufgabe eines Forschungsprojektes, welches im Buch 'Die Welt der Gothics' (von Axel Schmidt und Klaus Neumann-Braun, 2004) seinen Niederschlag fand.
Die folgenden Ausführungen zu den einzelnen Rubriken sind vor dem Hintergrund dieser Untersuchung zu verstehen. Im folgenden Text werden Original-Zitate aus den mit den Szenemitgliedern geführten Interviews in doppelten Anführungszeichen wiedergegeben.

Letzte Aktualisierung ( Donnerstag, 8. November 2007 )
 

User Comments

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Cybergoth ist der größte Irrtum des neuen Jahrtausends. Diese Leute hören gar keine Industrial Music sondern schlichten Techno-Sound, der als Industrial fehlvermarktet wird (KiEw, Combichrist und ähnlicher Käse). Dass diese Leute das nicht begreifen, liegt allein an der Nichtbeschäftigung mit der Sache. Industrial Music ist für die nämlich gar nicht konsumierbar, von tanzbar kann gar keine Rede.

Ferner stellt sich die Frage, inwiefern man von CyberGOTHS sprechen kann, wenn doch überhaupt kein Bezug zu Gothic besteht, weder optisch noch musikalisch. Selbst wenn sie Industrial konsumieren würden, erklärt das noch lange nicht den Namensbestandteil -GOTH. Denn zur Gothic-Musik haben diese Gestalten absolut keinen Bezug. Das Outfit samt Gasmasken und Leuchtstäbe stammt hingegen aus der Rave-Szene. Jeder, der die Entwicklung der Techno-Szene seit 1989 sowie deren Boom zu Beginn/Mitte der 90er live miterlebt hat, weiß das.

Veröffentlicht von Krümel, An 06/25/2009 bei 12:02

Was ist mit der Cybergothic Szene? Industrial Musik und so!

Veröffentlicht von Tenchu, An 05/20/2009 bei 15:22

Mensch Leute, macht doch mal ein Update. Merkt ihr nicht, dass das, was hier beschrieben wird, seit Ewigkeiten nicht mehr zutrifft? Ein paar traditionelle Goths haben sich in diversen Großstädten gruppiert, wo sie noch vereinzelt Veranstaltungen im alten Stil organisieren. In anderen Regionen ist Gothic völlig tot.

Geht doch mal in die Clubs! Überall läuft nur noch dieser miese Techno-Kram, der den Kids als Industrial angedreht wird. Und die fressen diesen Etikettenschwindel auch noch. Von der alten Garde ist dort niemand mehr anzutreffen. Es sollte nicht unerwähnt bleiben, dass sich etliche Goths/Waver von diesem Techno-Boom massiv belästigt fühlen und den Standard-Veranstaltungen gezwungenermaßen fern bleiben.

Prinzipiell könnt ihr das hier Erläuterte komplett einstampfen. Mehr als Party- und Mode-Spaß ist einfach nicht mehr vorhanden. Inhalte kann man inzwischen mit der Lupe suchen.

Veröffentlicht von Krümelchen, An 03/12/2009 bei 14:56

Das Buch 'Die Welt der Gothics' ist wirklich gut, wenn nicht sogar das beste auf dem Markt. Alle anderen bisher gelesenen Bücher zum Thema Schwarze Szene konnten nicht so recht überzeugen. Leider wurde es erst veröffentlicht, als die Szene bereits in vielen Regionen rückläufig war, um nicht zu sagen: ausgestorben ist. Die Infrastruktur wurde in den letzten Jahren völlig zerstört. Berlin hat es mittlerweile auch erwischt. Schade!

Veröffentlicht von Jürgen, An 04/24/2008 bei 12:53

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Redaktion Gothic

Axel Schmidt
Nancy Leyda

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