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Foto: Copyright© Attac.de
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Im Winter 1999 demonstrierten anlässlich einer Tagung der Welthandelsorganisation (WTO) rund 50.000 Menschen im Nord-Westen der USA gegen die Auswirkungen der 'neoliberalen Globalisierung'. Die Proteste hatten zur Folge, dass die WTO-Tagung am 3. Dezember 1999 ohne Ergebnis abgebrochen wurde. Unabhängig davon, dass erste globalisierungskritische Proteste bereits zu Beginn der 1980er Jahre stattgefunden haben, gilt diese als 'Battle of Seattle' in die Geschichte eingegangene Demonstration seither als Geburtsstunde der Globalisierungskritikerschaft und wurde gleichsam zu deren Gründungsmythos.

In der Folgezeit reihten sich auf dem ganzen Globus teilnehmerstarke Demonstrationen (wie z.B. in Davos, Washington, Prag, Nizza, Göteborg oder Genua) aneinander und stießen - nicht zum Wenigstens aufgrund ihres eventartigen Charakters, aber auch wegen der zum Teil gewalttätigen Auseinandersetzungen zwischen Protestaktivisten und öffentlichen Ordnungsmächten - auf großes mediales Interesse. Die dergestalt erzeugte öffentliche Aufmerksamkeit für globalisierungskritische Themen führte weltweit zu einer nahezu explosionsartigen Entwicklung der Globalisierungskritikerschaft: Immer mehr Menschen nahmen an Protestveranstaltungen teil, und globalisierungskritische Organisationen konnten ihre Mitgliederzahlen vervielfachen. In Deutschland setzte der globalisierungskritische 'Boom' ein wenig später ein, als in vielen anderen europäischen Ländern, insbesondere mit den gegen den G8 Gipfel in Genua gerichteten Protesten, die im Jahr 2001 stattfanden und in deren Rahmen ein Demonstrant zu Tode kam. Zu dieser Zeit erhielt insbesondere der im Jahr 2000 gegründete deutsche Ableger des weltweiten globalisierungskritischen Netzwerks 'Attac' erheblichen Zuspruch und auch Zulauf. Bis heute stellt Attac hierzulande den größten und profiliertesten - jedoch keineswegs einzigen oder funktional bedeutendsten - globalisierungskritischen Kollektiv-Akteur dar.

Aktuell stagnieren die Mitgliederzahlen globalisierungskritischer Gruppierungen, und auch globalisierungskritische Protestveranstaltungen verzeichnen sinkende Teilnehmerzahlen. Unseren Beobachtungen zufolge ist die derzeitige Stagnation insbesondere darauf zurückzuführen, dass gegenwärtig geeignete 'windows of opportunitities' fehlen, die das Potential bergen, eine breite Masse von Menschen für globalisierungskritische Themen zu interessieren.
Letzte Aktualisierung ( Dienstag, 27. November 2007 )
 

Redaktion Globalkritiker

Arne Niederbacher

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