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Die typischen Events der Globalisierungskritiker-Szene sind von einer oder von mehreren Gruppierungen (langfristig) vororganisierte regionale, überregionale oder internationale Bildungs- und/oder Protestveranstaltungen. Sie fokussieren entweder auf ein (tages-)aktuelles Thema, gegen das sich der Protest richtet, oder sind so terminiert, dass sie zeitgleich mit von der Globalisierungskritikerschaft als 'unerwünscht' deklarierten politischen Ereignissen bzw. Veranstaltungen stattfinden. In ihren konkreten Ausdrucksformen und Funktionen unterscheiden sich Bildungs- und Protestveranstaltungen wie folgt: Globalisierungskritische Bildungsveranstaltungen sind in der Regel in Form von Tagungen, Kongressen oder Workshops organisiert und beinhalten ein kulturelles Rahmenprogramm. Derartige Veranstaltungen fungieren in erster Linie als Informations- und Diskussionsplattformen. Inhaltliche, organisatorische und ideologische Konflikte werden hier jedoch ebenfalls ausgetragen. Dies dient einerseits der internen Selbstverständigung, andererseits der Selbstvergewisserung der einzelnen Akteure. Darüber hinaus bieten solche Veranstaltungen Globalisierungskritikern die Möglichkeit, neue Kontakte zu knüpfen bzw. bestehende Kontakte zu intensivieren, wodurch das Netzwerk ausgeweitet bzw. stabilisiert wird. Dem Spaß- bzw. Erlebnisaspekt kommt im Rahmen globalisierungskritischer Bildungsveranstaltungen (eher) eine untergeordnete bzw. ergänzende Bedeutung zu. Gleichwohl wird z.B. das Übernachten in einer Turnhalle mit einer Vielzahl anderer globalisierungskritischer Akteure von dem einen oder anderen Aktivisten durchaus als 'Abenteuer' bezeichnet. Globalisierungskritische Protestveranstaltungen lassen sich danach unterscheiden, ob es sich um Demonstrationen oder um Aktionen handelt. Das typische 'Programm' einer Demonstration beinhaltet a) verschiedene Kundgebungen, bei denen die Kritik von ausgesuchten Rednern - zumeist provokativ - konkretisiert wird, b) einen Protestmarsch und c) ein kulturelles Rahmenprogramm. An zentralen (Treff-)Punkten wird 'globalisierungskritisches Merchandising' betrieben; das heißt, es werden einschlägige Literatur, Buttons, Fahnen, T-Shirts etc. verkauft. Außerdem werden diverse, thematisch mehr oder weniger einschlägige, Informationsmaterialien verteilt. Für globalisierungskritische Aktionen lässt sich kein typisches 'Programm' beschreiben, da diese sich gerade dadurch auszeichnen, dass es sich um besonders vielfältige, außergewöhnliche, kreative, einfallsreiche und zuweilen auch spontane Protestformen handelt. Das Aktionsspektrum reicht von Straßentheater-Aufführungen über 'Adbusting' bis hin zu Aktionen zivilen Ungehorsams. Kennzeichnend ist allerdings, dass die Aktionsteilnehmer - vor allem im Hinblick auf Aktionen zivilen Ungehorsams - in der Regel über ein höheres Maß an Abenteuerlust und Risikobereitschaft verfügen (müssen) als Demonstranten. Der in diesem Zusammenhang entstehende Nervenkitzel ist für zahlreiche Aktivisten ein besonderer Spaßfaktor. |
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| Letzte Aktualisierung ( Dienstag, 27. November 2007 ) |
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