Treffpunkte E-Mail

"Druckraum" Foto: Carsten Schell
"Druckraum" Foto: Carsten Schell
Geradezu „klassische" Anlaufstellen der Drogen-Szene sind Bahnhöfe und deren Umgebungen in Großstädten. In vielen Städten gehen die lokalen Behörden aber seit längerem gegen Ansammlungen von Szenemitgliedern in Bahnhofsnähe vor, so dass sich die Treffpunkte häufig in das weitere Umfeld oder andere Plätze innerhalb des Stadtgebiets verlagert haben. Solche Orte können z.B. Parkanlagen, öffentliche Plätze oder U-Bahn-Stationen sein. Teilweise fungieren derartige Orte als ständige oder zumindest regelmäßige Treffpunkte der Szenen, je nach Verfolgungsdruck der Ordnungsbehörden können diese aber auch häufig wechseln. Temporäre Sammelpunkte entstehen oftmals auch dadurch, dass sich Dealer zeitweilig an bestimmten Orten aufhalten; solche Treffpunkte werden heute zumeist via Mobiltelefon kommuniziert.

Insbesondere in urbanen Szenen, in denen ein breites Angebot an „niedrigschwelligen" Drogenhilfemaßnahmen existiert, stellen die entsprechenden Hilfseinrichtungen mittlerweile auch wichtige Treffpunkte der Szene dar: Neben den Kontaktcafés und Konsumräumen sind insbesondere für obdachlose Szenemitglieder die Notschlafstellen wichtige Aufenthalts- und Kommunikationsorte. Diese Plätze werden von vielen Junkies auch deswegen gerne frequentiert, weil sie geschützte Räume darstellen, an denen sie beispielsweise nicht von der Polizei kontrolliert bzw. vertrieben werden können.

Das Szene-Leben - vor allem Kauf, Verkauf und Konsum von Drogen sowie Kommunikation zwischen Szeneangehörigen - spielt sich somit an diversen festen und wechselnden Orten ab, die sich zumindest bezogen auf den „harten Kern" der Szene überwiegend im öffentlichen Raum befinden. Aus der jederzeit gegebenen Möglichkeit, von den Ordnungsbehörden beobachtet zu werden, ergibt sich eine eigentümlich geheimniskrämerische und vorsichtige Art und Weise der Szene-Kommunikation.

Diejenigen, die eher zur ‚verdeckten' Szene gehören, treffen sich häufiger in privaten Räumlichkeiten: z.B. eigene Wohnungen bzw. Wohngemeinschaften, die als Handels- und Konsumplätze für andere Szenemitglieder fungieren.
Letzte Aktualisierung ( Dienstag, 11. März 2008 )
 

Redaktion Drogenszene

Bernd Werse

Creative Commons

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