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 "Injektionsvorgang" Foto: Carsten Schell
In gewisser Hinsicht sind viele Jugendszenen
„Drogen-Szenen", insofern als Kontextualisierungen bestimmter psychoaktiver
Substanzen häufig zum Zeichenvorrat eines jugendkulturellen Umfeldes zählen.
Hier geht es allerdings um diejenigen, bei denen der kompulsive (zwanghafte)
Konsum „harter Drogen", insbesondere Heroin, nicht nur den thematischen Fokus,
sondern auch den Mittelpunkt des Alltags darstellt („Junkies"). Somit handelt
es sich um einen ‚totaleren' Lebensstil als er gemeinhin in Szenen zu beobachten
ist, so dass die Drogen-Szene als eine der wenigen echten Subkulturen
bezeichnet werden kann, in denen z.B. auch spezielle Formen der Ökonomie zu
beobachten sind.
Typisch für eine Szene ist hingegen der Umstand,
dass der thematische Fokus - der je nach lokaler Ausprägung neben dem Konsum
von Heroin auch den diverser anderer Substanzen umfassen kann - als Rekurs auf
ein (allerdings öffentlich weitgehend diskreditiertes) ästhetisches Erlebnis -
den Rausch - verstanden werden kann. Dies ist in der Regel vor dem Hintergrund
des Wunsches nach unmittelbarer Bedürfnisbefriedigung zu betrachten, der
wiederum bei einem großen Teil der Szenegänger mit Defiziten in der
Sozialisation zu erklären ist. Die Zugehörigkeit zur Drogen-Szene bringt
wiederum beträchtliche gesundheitliche und psychosoziale Folgeerscheinungen mit
sich, die zu einem nicht unerheblichen Teil den Bedingungen der Illegalität
zuzuschreiben sind.
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Letzte Aktualisierung ( Dienstag, 11. März 2008 )
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