| History |
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Im Zuge der Protestbewegungen der 1960er Jahre, unterstützt durch Inhalte der (v.a. Hippie-) Popkultur in dieser Ära wurden illegale Drogen, v.a. Cannabis und LSD, erstmals in größerem Ausmaß in Kreisen Jugendlicher und junger Erwachsener propagiert. In den Randbereichen dieser Jugendbewegung kristallisierte sich seit Beginn der 1970er Jahre eine Gruppe heraus, die einen problematischen Konsum von Heroin, z.T. auch anderen „harten Drogen" entwickelte. Diese Gruppe zog in der Folgezeit teils sehr junge Jugendliche aus schwierigen Familienverhältnissen an (paradigmatisch im Buch/Film „Christiane F. - Wir Kinder vom Bahnhof Zoo" dargestellt). In den meisten (west-) deutschen Großstädten hatte sich bis Ende der Siebziger eine feste Szene herausgebildet. Diejenigen, die zum harten Kern dieser Szene zu zählen sind, sind zumeist arbeits- und oft obdachlos und halten sich einen Großteil des Tages im öffentlichen Raum auf. Grundsätzlich ist eine klare Grenzziehung, wer zur „harten" Drogen-Szene gehört und wer nicht, problematisch: Neben dem genannten harten Kern der verelendeten, auf der Straße lebenden Junkies existiert eine Gruppe von ebenfalls sozial desintegrierten, aber ‚verdeckten' Drogenkonsumenten, die über eine Wohnung verfügen, ihren Konsum vor der Umwelt weitgehend geheim halten und nur bedingt Kontakte zur Kernszene pflegen. Daneben gibt es auch sozial integrierte, ‚verdeckte' Heroinabhängige (die z.B. einer geregelten Arbeit nachgehen) sowie gelegentliche Konsumenten harter Drogen, die sich teilweise auch ‚auf der Szene' mit Heroin und anderen Substanzen versorgen, aber nicht selbst zur Szene zu zählen sind.
In den 1980er Jahren wurde die offene Szene, u.a.
im Kontext der Verbreitung von HIV/AIDS, in vielen Städten stärker als Problem
der öffentlichen Ordnung bzw. Sicherheit angesehen. Zusätzlich zu den bereits
zuvor angewandten Mitteln - im Wesentlichen: polizeiliche Repression und
abstinenzorientierte (Zwangs-)Therapie - wurden insbesondere seit Beginn der
1990er neue Strategien zum Umgang mit den Junkies erprobt: Neben der
zeitweiligen Tolerierung offener Handels- und Konsumorte (etwa in der Frankfurter
Taunusanlage) wurden in vielen Großstädten Angebote der ‚Harm Reduction'
(Schadensminimierung) etabliert, bei denen von den Junkies keine Abstinenz
gefordert wird (Stichwort „Niedrigschwelligkeit"). Darunter fallen Kontaktcafés
mit diversen Beratungsangeboten, kostenlose Spritzenvergabe, Substitutions-
(Ersatzdrogen-) Programme, Konsumräume (in denen Drogen unter hygienischen
Bedingungen gespritzt werden können) und seit 2002 (für eine kleine Gruppe von
Konsumenten) auch die kontrollierte Heroinvergabe. Auf der anderen Seite werden
aber auch immer wieder repressive Maßnahmen forciert, die auf eine Vertreibung
der Junkies von ihren Treffpunkten im öffentlichen Raum abzielen, um so auf
eine ordnungspolitische Eindämmung des „Drogenproblems" hinzuwirken.
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| Letzte Aktualisierung ( Dienstag, 11. März 2008 ) |
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