Einstellung E-Mail
Foto© Sarah Chaker
Foto© Sarah Chaker
Viele Außenstehende beschreiben Death Metal als ‚aggressive Musik'. In diesem Punkt stimmen sie mit den Anhängern der Death Metal Szene überein. Denn das Maß an vermittelter Aggressivität ist im Death Metal ein zentrales Qualitätskriterium der Musik. Ziel von vielen Death Metal Bands ist es, möglichst aggressive Musik zu schaffen, die mit den aggressiven Inhalten des Death Metal korrespondiert. Ob ‚aggressive Musik' nun als gut oder schlecht bewertet wird ist in erster Linie eine Geschmacksfrage. Die Black und Death Metal Anhänger jedenfalls finden ihre Musik gut, weil sie aggressiv klingt.

Das bestimmende inhaltliche Thema im Death Metal ist die Auseinandersetzung mit Gewaltphänomenen und stellt für die Gesellschaft nach wie vor eine Provokation dar. Von der Darstellung von Gewaltfantasien wird häufig automatisch auf die Befürwortung oder Verherrlichung von Gewalt geschlossen. Doch Hörer aggressiver Musik sind nicht automatisch aggressive Menschen, die aggressiv agieren - bei der Death Metal Szene ist das Gegenteil der Fall: Es handelt sich um eine besonders friedliebende Szene, die zwar eine Faszination für Gewaltphänomene in Texten und Bildern zeigt, jedoch nicht daran denkt, diese Gewaltfantasien in die Realität umzusetzen. Gewalt kommt lediglich in Form von ritualisierter Gewalt vor, beispielsweise beim Headbangen/Moshen (vgl. rituale) oder Pogo-Tanzen.

Auffällig ist, dass durch die fast ausschließliche Beschäftigung mit Gewaltphänomenen andere emotionale Themen weitgehend ausgeschlossen werden. Die Äußerung von Gefühlsregungen wie beispielsweise Zuneigung oder Trauer ist im Death Metal häufig nicht erwünscht, da solche Gefühle bei den Anhängern als ‚weibisch' gelten. Mit dieser ganz offensichtlich zur Schau getragenen männlichen Haltung wollen sich Death Metal Anhänger bewusst von anderen Stilen und Szenen, insbesondere von der Black Metal Szene, abgrenzen.

Wie in allen Spielarten des Heavy Metal, so spielt auch im Death Metal der Begriff der Authentizität eine wichtige Rolle. Musik muss für Death Metal Anhänger ‚handgemacht' sein, um als gut bewertet zu werden. Besonders beliebt sind Bands aus dem musikalischen Underground, die kommerziell nicht erfolgreich sind. Diese gehen weder inhaltlich noch musikalisch Kompromisse ein, weshalb sie in vielerlei Hinsichten als extrem gelten und damit vielen Hörern authentisch erscheinen.
Letzte Aktualisierung ( Montag, 12. November 2007 )
 

User Comments

You must javascript enabled to use this form

'Die Black und Death Metal Anhänger jedenfalls finden ihre Musik gut, weil sie aggressiv klingt.'

-> Diese Aussage ist so, wie sie dasteht als falsch einzustufen. Um sie zu widerlegen, braucht es nur ein Gegenbeispiel (in diesem Fall: mich). Atheist, Morbid Angel oder auch die späten Alben von Death sind mit Sicherheit keine Referenzen in Sachen Aggressivität, werden jedoch von vielen Death Metal Hörern als sehr gut angesehen. Ihren Status erreichen sie durch interessantes Songwriting und spielerisches Können. Aggressivität ist also in keinster Weise - wie im Artikel fälschlicherweise dargestellt - der für 'Death Metal Anhänger' entscheidende Faktor für das 'Gutfinden' von Musik.

Veröffentlicht von Matthias, An 04/21/2008 bei 16:14

 1 
Page 1 of 1 ( 1 User Comments )


Redaktion Deathmetal

Sarah Chaker

Multimedia Deathmetal

deathmetal.gifDEATH METAL - das ist Druck und Aggression, das klingt nach einer mächtigen Dampfwalze,
die sich unaufhaltsam...
  TEXT  -   FOTOS   -    VIDEOS

PDF-Download

PDF DownloadDiesen und alle anderen Steckbriefe als PDF herunterladen.

Creative Commons

Dieses Werk ist unter der Creative-Commons-Lizenz Namensnennung-Nichtkommerziell-Keine Bearbeitung lizensiert.
Add to: Mr. Wong Add to: Yigg Add to: Digg Add to: Del.icoi.us Add to: Technorati Add to: Google
Social Bookmarking

jugendszenen.com (seit 2002)
Unterstützt von der Fakultät 12 der Technischen Universität Dortmund
seit 2007
Unterstützt von MTV Networks Germany seit 2007

Technische Universität Dortmund

MTV Networks