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Kirschli als Queen Esther aus Trinity Blood (Roman, Anime/Manga) © Karen Heinrich
Kirschli als Queen Esther aus Trinity Blood (Roman, Anime/Manga) © Karen Heinrich
Die Cosplay-Szene gilt, auch in ihrer Selbstcharakterisierung, als einsteigerfreundlich und offen. In Anlehnung an ihre maßgeblich durch das Internet geprägte Struktur (soziale Vernetzung z.B. durch Online Communities) findet man flache Hierarchien und eine relativ hohe Durchlässigkeit vor, so dass Neulinge bereits positive Resonanz für ihren öffentlichen Auftritt und ihr Kostüm erhalten. Dennoch zeichnet sich, auch aufgrund der Nähe zur Struktur und Organisation der Anime/Manga-Fanszene, eine Rangordnung ab, in der etablierte (seit mind. zwei Jahren aktive) Cosplayer ganz oben stehen.

Die Position in der Hierarchie ist wesentlich durch den Bekanntheitsgrad und die mediale Präsenz des Cosplayers in der Szene bestimmt. Hierzu gehört die Aktivität in Online Communities und das häufige Auftreten mit neuen Kostümen auf öffentlichen Treffen. Eine wichtige Rolle für die Popularität des Cosplayers spielen seine Kostüme: der betriebene Aufwand, Originaltreue, handwerkliche Verarbeitung, Bekanntheit (oder auch Seltenheit) des Bezugstextes und der dargestellten Figur. Die Qualität und Präsenz der Fotos und der Live-Posen tragen dabei wesentlich zum Ansehen eines Cosplayers bei. Weitere, nicht zwingende Kriterien sind erfolgreiche Auftritte bei Wettbewerben oder als Mitglied einer Showgruppe, ein Feature in Zeitschriften oder auf Websites sowie eine eigene Homepage. Aber nicht nur die mediale Präsenz, sondern auch ein freundliches, soziales und extrovertiertes Auftreten und Kontakte zu anderen Cosplayern, besonders wenn diese bereits szenebekannt sind, führen zu einem höheren Status.

Eine Organisationselite ist in der Cosplay-Szene kaum auszumachen, da sie vorwiegend die Events anderer Szenen (v.a. des Anime/Manga-Fandoms ) nutzt und ihr Haupttreffpunkt, die Online Communities, bereits eine flache Hierarchie vorgeben. Mancher langjährige Cosplayer zieht sich nach und nach vom Kostümieren und von Treffen zurück, um vermehrt organisatorisch tätig zu werden, tritt damit aber im Bewusstsein der meisten Szenemitglieder in den Hintergrund.

Da die Masse der Bezugstexte nahezu unüberschaubar ist, gibt es kaum verbindliches Szenewissen in Form von Textkenntnis. Akzeptanz fördernd ist es aber, wenn man möglichst viele Texte kennt und Anspielungen darauf in virtuellen Beiträgen, Bühnenauftritten o.ä. versteht.

Nach den Präferenzen für bestimmte Serien und Genres bilden sich mehr oder weniger stark abgegrenzte Untergruppen von Fans und auch von Cosplayern. Die meisten Cosplayer sind jedoch tolerant gegenüber anderen oder unbekannten Bezugstexten - die gemeinsame Textkenntnis steht nicht unbedingt im Mittelpunkt der Kommunikation, schafft aber zusätzliche Sympathien und Anknüpfungspunkte für nähere persönliche Kontakte.

Letzte Aktualisierung ( Dienstag, 27. November 2007 )
 

Redaktion Cosplay

Karen Heinrich
Christoph Tober  

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