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Konstituierende Praxis des Cosplay ist das Sich-Verkleiden als eine fiktive Figur, die aus einer präferierten Erzählung (Anime, Manga oder Videospiel) stammt. Hierzu gehört die Beschäftigung mit dem Bezugstext (Lektüre, Suche nach oder Anfertigung von Abbildungen der Figur, Austausch mit anderen Fans), die Anfertigung bzw. Zusammenstellung des Kostüms (gekaufte Kostüme sind verpönt), die Präsentation des Kostüms auf einer öffentlichen Veranstaltung (einem Event oder Szene-Treffen) und im Internet (in Online Communities und ggf. auf der eigenen Homepage). Die Präsentation der eigenen Arbeit ist ein zentrales Motiv der Cosplay-Praxis. Cosplayer teilen dabei nicht nur das Ergebnis ihrer Arbeit - das fertige Kostüm - mit der Szeneöffentlichkeit, sondern präsentieren oft auch Zwischenergebnisse und tauschen sich über ihre Pläne, Fortschritte und Probleme mit anderen Cosplayern aus. Dies geschieht in den Online Communities, deren regelmäßiger Besuch maßgeblich zum Entstehen einer Szene-Identität beiträgt. Untrennbar verbunden mit der Präsentation ist das Anfertigen von Fotos bzw. Posieren für die Kameras der Anwesenden. Je nach Rahmung des Auftritts - Flanieren und soziale Interaktion auf dem Event, Posieren für Fotos oder Bühnenvorstellung - stellt der Cosplayer mehr sich selbst oder die fiktive Figur dar. Die meiste Zeit ist der Cosplayer ‚er selbst', nur für kurze Vorführungen (z.B. beim Cosplay-Wettbewerb oder Fotoshooting) nimmt er eine fremde Rolle an. Die intensive Beschäftigung mit der Figur fließt dabei ebenso mit ein wie das Wissen um standardisierte Cosplay-Posen und Figurentypen sowie die eigene Körperlichkeit und Persönlichkeit. Dabei wechselt der Cosplayer permanent die Darstellungshaltung, er tritt niemals vollständig hinter seine Rolle zurück, sondern die Differenz zwischen realem Menschen und fiktiver Figur bleibt sichtbar und wird manchmal sogar betont. Cosplay ist also nicht zu verwechseln mit Rollenspiel, bei dem eine alternative Identität erschaffen und in allen Aspekten nachgespielt wird, wobei der Rollenspieler versucht, eine möglichst starke Identifikation mit seiner Rolle zu erreichen. Ein Cosplayer beschränkt sich nicht auf die Darstellung einer einzigen Figur, sondern fertigt in der Regel zu jedem Event ein oder mehrere neue Kostüme an. Zwar gibt es einzelne Figuren und Kostüme, die dem Cosplayer persönlich besonders wichtig sind; der Wechsel und die ständig neuen Herausforderungen sind aber ein wesentlicher Antrieb der Cosplay-Praxis. Dabei gilt es für den Cosplayer, virtuelle Identität (s. Medien) und reale Präsenz auf Szene-Events in Einklang zu bringen und sich ein - trotz aller Kostümwechsel - wiedererkennbares Image aufzubauen. Auf Conventions sind Cosplay-Wettbewerbe von zentraler Bedeutung - Cosplayer können sich hier einzeln oder in einer Gruppe mit einem Bühnenauftritt präsentieren. Die formale Struktur des Wettbewerbs ist geprägt durch die begrenzte Zeitspanne (bis zu drei Minuten), in der gemeinhin Bezugstexte entweder nachgespielt oder mit Sketchen, Parodien, Tanz und Gesang interpretiert werden. Eine Jury bewertet nach Kriterien wie Machart des Kostüms und Ähnlichkeit mit dem Original sowie Qualität der Darstellung (Personifikation der Figur, Originalität, Zuschauerresonanz). Was den kommunikativen Aspekt einer Convention betrifft, hat der Cosplay-Wettbewerb als Publikumsattraktion eine hohe Relevanz, bietet er doch Gesprächsstoff auch bei Cosplayern, die nicht teilgenommen haben. |
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| Letzte Aktualisierung ( Dienstag, 27. November 2007 ) |
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User Comments You must javascript enabled to use this form Wirklich wunderbar sachlich orientiert geschrieben, es wurden die Klischees zur seite geschoben und einen direkten Blick auf die cosplayer zu sehen. Aus der sicht eines fremden würde hier sicherlich viel neues wisssen entstehen und neue Aktzeptanz gesät. Wirklich ausgezeichnet ^.^ sayon. ( ,keine weitergabe meiner infos (außer Komentar) an Dritte. Danke.) |
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