| Der Otaku |
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Im Zeitraum Anfang bis Mitte der 80er Jahre begannen in Japan Sammler und Fans von Science-Fiction-Anime, sich in ihren Zirkeln übertrieben höflich und in beinahe ironischer Weise gegenseitig mit "Otaku" (jap. neutral-höfliche Anrede "Sie") anzureden. Damit sollte ein Grundgefühl von Distanz und zugleich die völlige Hingabe an ihr Hobby und die gleichzeitige Abschottung gegen jegliche Art sozialer Kontakte, abgesehen vom Umgang mit seinesgleichen, zum Ausdruck gebracht werden. Diese Art der neuen sozialen Beziehung unter Anime-Fans wurde von Außenstehenden als so charakteristisch angesehen, dass der "Otaku"-Begriff auf die Akteure selbst ausgeweitet wurde und diese forthin als "Otakus" bezeichnet wurden und verschrobene Außenseiter meinte, die einzig und allein ihrem Interessengebiet in extremer bis obsessiver Weise nachgehen, dabei alle anderen Lebensbereiche ausblenden und sich sozial völlig abkapseln. Im Gegensatz zu Japan bezeichnen sich in Deutschland viele Cosplayer und Anime/Manga-Fans mit Stolz als Otaku und unterstreichen damit die Exklusivität ihres Hobbys. Beim Eingang in den lokalen kulturellen Kontext mit dem Boom von Anime/Manga verlor der Begriff seine ursprünglich negative Bedeutung weitestgehend und wird heute äquivalent zum Fan-Begriff verwendet, der aber als zu wenig kennzeichnend angesehen wird. Die ursprüngliche Lesart des "Otaku"-Begriffs - der Otaku als antisozialer Außenseiter - ist unter westlichen Anime/Manga-Fans und Cosplayern zwar noch präsent, zwischen japanischer Bedeutung und deutscher Abwandlung wird dabei aber eine klare Grenze gezogen und der Begriff gemeinhin nur in modifizierter Form verwendet. Durch die weite Bedeutung, die der Begriff heute angenommen hat, ist das ursprüngliche stereotype Image des "Otaku" kaum mehr gültig und schließt Phänomene wie den Fan oder Sammler mit ein. Durch die inflationäre Verwendung des Begriffs lagerten sich diverse Schichten von Definitionen und Konnotationen übereinander und ließen eine heterogene Gruppe aus Fans von Manga, Anime, japanischer Musik, Filme, Spiele, Science Fiction, Fantasy und PC-Games entstehen. |
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| Letzte Aktualisierung ( Samstag, 17. November 2007 ) |
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