| Strukturen |
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Nicht jeder, der Comics mag und sich mit einem gewissen Engagement in seine Lieblingsserie vertieft, gehört zur Szene. Darauf verweist eine distanzierende Haltung gegenüber dem Publikum, die seitens der Produzenten vielfach zum Ausdruck gebracht wird. Eine erste wichtige Grenzziehung verläuft also entlang einer aktiven öffentlichen Teilnahme am Szenegeschehen einerseits und einem Publikumsstatus, mit dem Passivität assoziiert wird andererseits. Differenzierungen entlang verschiedener Genres und Stile liegen auf der Hand. Einige wenige Szenegänger thematisieren, dass sich eine Spaltung der Szene entlang der Geschmacksgrenze (fernöstliche) ‚Manga'/(westliche) ‚Comics' abzeichne, die sich nicht nur darin erschöpfe, dass die mangelnde Übertragbarkeit von Mangas in ‚westliche' Leseformate bemängelt werde. Tatsächlich ginge es dabei auch um stilistische Präferenzen und die Art der Storys. Weil aber die meisten Szenegänger - seien es nun Leser, Zeichner oder Story-Schreiber - mehrere Genres bevorzugen, gestalten sich entsprechende soziale Abgrenzungen als sehr diffus. Thematische Unterschiede bestehen zwischen den Genres Science-Fiction, Helden, Horror/Splatter, Fantasy und Action, denen zunächst kein dominierender Zeichen- oder Erzählstil, wohl aber typische Handlungsrahmen zugeordnet werden können. Bedeutende Zeichenstile lassen sich grob anhand der Kategorien US- Comics (zunehmender Naturalismus, Auflösung der Frames (Bildumrandungen), Ausbreitung zentraler Bilder über eine oder zwei Seiten), asiatische Mangas (überproportional große Augen der Figuren, z.T. Vermischung von Text und Hintergrundzeichnung) und Ligne Claire (schwarz umrandete Figuren, klar konturierte Bildrahmen) unterscheiden. Desweiteren findet sich eine Vielzahl von Stilvermischungen und Erzählformen, wie z.B. Gag-Strips/Cartoons (Drei-Bild-Abfolge mit Pointe), Funnies (humoristischen Geschichten häufig unter Verwendung anthropomorpher Tiergestalten), Semi-Funnies (Funnies mit tendenziell ernsthafteren bzw. realitätsnäheren Inhalten) oder Literaturcomics (textlastig). Hinsichtlich der Vermarktungsformen lassen sich Serien - versehen mit einem sogenannten Cliffhanger am Ende einer Folge, der zum Weiterlesen der nächsten Ausgabe animieren soll - und Alben mit meist einer oder mehreren abgeschlossene Geschichte(n) unterscheiden. Darüberhinaus ergeben sich vergleichsweise schwache Differenzierungen durch die verschiedenen Aktivitäten und Interessenlagen. Zwischen den Interessengruppen der Leser, Sammler und Zeichner bestehen zwar grundsätzlich Überschneidungen, jedoch kann die individuelle Prioritätensetzung hinsichtlich der Wichtigkeit bestimmter Eigenschaften von Comics voneinander abweichen. Sammler z.B. legen oftmals besonderen Wert auf Variant-Cover-Ausgaben (Das sind Comics, die zusätzlich mit einem aufwendigeren Cover ausgestattet sind, z.B. mit einem Hologramm oder einem Einband aus besonderem Papier.) |
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| Letzte Aktualisierung ( Sonntag, 4. November 2007 ) |
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