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Foto: Copyright© www.comic.de
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Comic-Fans lehnen Zensur ab. Künstlerische Freiheit besteht für sie nicht nur in der Wahl der Stilmittel, sondern gleichermaßen in der Wahl der Themen. So zeigt sich die Comicszene z.B. in Bezug auf den Vorwurf der Gewaltverherrlichung betont gelassen. Dergestalte Einwände Außenstehender werden oftmals als 'normativ' bzw. 'inkompetent' abqualifiziert oder dem Bedürfnis nach ausgefallener, origineller Unterhaltung nachgeordnet. In der Szene besteht kein Zwang, zu politischen, ökologischen oder sozialen Problemfeldern Stellung zu nehmen. Stattdessen wird in der Fiktionalität von Comics die Möglichkeit gesehen, gesellschaftlich-normative Vorgaben ironisch zu brechen und damit kritisch zu hinterfragen. Diesen Freiraum zur gedanklichen Grenzüberschreitung wissen Szenemitglieder und das (zumeist jugendliche) Publikum zu schätzen. Man kann durchaus feststellen, dass die Einstellung eines typischen Comicfreaks durch Toleranz und Offenheit geprägt ist, worauf auch die nicht bestehenden Rivalitäten zu anderen Szenen hindeuten.

Die Möglichkeit zur interaktiven Aushandlung der Bewertungsmaßstäbe kreativer Produkte, die Comicinteressierten mittels Leserbriefseiten und Diskussionsforen nahegelegt wird, verweist darauf, dass eine aktive Mitgestaltung des Mediums ›Comic‹ szeneintern als wünschenswert gilt. Insofern erhalten die Stellungnahmen der Leser die Bedeutung eines Orientierungskonzepts für die Produzenten, die den wachsenden Anforderungen kritischer Experten standhalten müssen. Gleichzeitig muss ein Comic dem Leser einen Raum eröffnen, zeitweise in die Geschichte 'abtauchen' zu können. In der Erfüllung dieser unterschiedlichen Anforderungen wird das wesentliche Hauptmerkmal eines guten Comics gesehen. Letztlich muss also ein gutes Produkt den hohen Erwartungen eines geübten Comiclesers entsprechen. Das bedeutet konkret, dass eine neue Serie unter dem Druck einer Art Steigerungsdynamik steht, vorangegangene Serien an Unterhaltungswert und im Hinblick auf eine ansprechende Gestaltung zu übertreffen. Dies hängt wiederum davon ab, ob es den Comicproduzenten gelingt, eine angemessene Diskrepanz zu altbekannten Erzähl- und Stilformen aufzubauen. Ist die Diskrepanz zu den vorhandenen Schemata zu niedrig, so wirkt ein Comic langweilig - ist sie zu hoch, so ist der Leser möglicherweise durch die Komplexität der neuen Stilmittel überfordert.
Letzte Aktualisierung ( Sonntag, 4. November 2007 )
 

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