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Foto: Copyright© www.comic.de
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In der ‚comichistorischen Ahnenforschung' scheint Uneinigkeit darüber zu bestehen, wo bzw. in welcher Epoche genau der Ursprung der Comics zu finden ist: Während ältere Quellen die Geburtsstunde des Comics etwa auf die Mitte des 19. Jahrhundert datieren und Wilhelm Busch als einen ‚Urvater' bezeichnen, dessen erstes Heft um 1850 veröffentlicht wurde, zeigen neuere Quellen an, dass bereits um 1827 Comics des Zeichners Rodolphe Töpffer kursierten. In weiteren Quellen ist gar davon die Rede, dass bereits vor 1827 Comics Verbreitung existierten, die jedoch aufgrund der damaligen technischen  Möglichkeiten lediglich in überaus geringer Stückzahl und in einer anderen optischen Aufmachung (nur eingeschränkt) Verbreitung fanden. Fest steht, dass sich ‚Bildergeschichten' zunächst als Beilagen in Zeitungen und politischen Schriften fanden und somit eine Kommunikationsform konstituierten, welche überwiegend jenen Erwachsenen vorbehalten war, die dem damaligen gebildeten Milieu angehörten.

Zwischen den Weltkriegen lösten sich die Comics von den Zeitungen und wurden zunehmend von sogenannten Feature Syndicates hergestellt und vertrieben. Zu dieser Zeit setzte nicht nur der Import amerikanischer Serien nach Deutschland ein, sondern auch die Umorientierung auf ein eher kindliches Publikum. Nach Ende des Zweiten Weltkrieges nahm die Verbreitung von US- Comics wie z.B. DONALD DUCK und POPEYE in Deutschland rapide zu und Comics wurden auch hierzulande in größeren Mengen produziert und verkauft. Zu Beginn der 50er Jahre begann der Kampf um die Etablierung der Comicanbieter auf dem deutschen Markt. Mit dem wachsenden Interesse Jugendlicher an dieser Literaturform ging einher, dass insbesondere Pädagogen diese als jugendgefährdende Schundlektüre etikettierten. Seit den 70er Jahren allerdings ist der Comic weitestgehend als eigene Kunstform akzeptiert. Durch den Einfluss der asiatischen Comicindustrie und durch die Entwicklung einer Vielzahl von Comicgenres für jede Altersgruppe ist das Angebot nahezu unendlich angewachsen und zunehmend unübersichtlich geworden.

Eine der wichtigsten Entwicklungen für die Comicszene dürfte - im Anschluss an Verfilmungen von Comics wie etwa BATMAN oder SPAWN - die zunehmende Übersetzung von US-Comic-Serien in den 90er Jahren sein. Szeneintern spielten nunmehr traditionelle Comicformen wie z.B. DONALD DUCK oder ASTERIX kaum noch eine Rolle. Eindeutig bevorzugt wurden hingegen US- Comics in Serienform (Marvel-, DC-, Image-, Chaos-Verlag etc.) oder Comics aus deutschen Verlagen im US- Stil (IPP-, EEE-Verlag etc.). Mittlerweile haben sich die zahlreichen Stile vermischt bzw. neue Stilformen etabliert.

Schließlich kommt den zunehmenden technischen Möglichkeiten zur Eigenproduktion (z.B. der Fotokopiertechnik, Computernutzung, Angebotspalette des Zeichnerbedarfs) ein herausragender Stellenwert in der Weiterentwicklung der Szene zu. Schließlich ist gerade die selbständige Comic-Produktion als ein konstitutives Hauptelement der Szene und als Abgrenzung zum 'schlicht' comicinteressierten Publikum zu sehen.
Letzte Aktualisierung ( Sonntag, 4. November 2007 )
 

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