Die Beantwortung der Frage, ob
Cable Street Beat eine eigenständige Jugendszene darstellt, ist nicht
unproblematisch. Einerseits weisen die verschiedenen CSB-Gruppen in der Regel
starke Szeneüberschneidungen insbesondere zur Skinhead- und Punk-Szene auf.
Andererseits geht das Selbstverständnis der Cable Street Beat Szene weit über
die typischen Selbstverständnisse der Skinhead- und der Punk-Szene hinaus und
kritisiert sogar diverse Aspekte innerhalb dieser Szenen, so dass Cable Street
Beat durchaus als eine eigenständige (Jugend-)Szene aufgefasst werden kann.
Auffallend ist vor allem der
Widerspruch zwischen der Idealvorstellung zentralisierter Zusammenarbeit und
einem faktisch dezentralisierten Aktionismus der einzelnen Gruppen: Einerseits
orientieren sich die verschiedenen CSB-Gruppen an einem überregional-gemeinsamen
Ziel, mittels antirassistischer Kulturarbeit ein gesamtgesellschaftliches
Engagement voranzutreiben, wodurch eine gewisse Einheitlichkeit suggeriert
wird. Andererseits agieren regionale CSB-Gruppen oft weitgehend autonom,
wodurch sich lokalspezifische Besonderheiten ausprägen können. Darüber hinaus
stehen sich in der Cable Street Beat Szene einerseits ein starker (ideeller)
historischer Bezug zum Antirassismus, welcher sich beispielsweise in der
Namenswahl der Szene ausdrückt, und andererseits ein gegenwärtig orientiertes
Engagement gegenüber. Dennoch teilen die Gruppen eine Grundidee bzw. ein Ziel -
zeigen somit sozusagen ein wesentliches Charakteristikum von Szenen.
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Letzte Aktualisierung ( Freitag, 20. Juni 2008 )
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