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Satyricon Promo-Foto
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Black Metal bezeichnet sowohl einen stark differenzierten, häufig ideologisch aufgeladenen Musikstil als auch die sich damit befassende, ergo musikzentrierte(n) Szene(n). Durch fokussierte Berichterstattung über Einzelfälle von Kriminalität in der Szene wird diese in der Öffentlichkeit meist als Gewalt verherrlichend und fördernd wahrgenommen. Insbesondere die in den Massenmedien skizzierte Verbindung der Musik mit Kriminalität einer-, mit Satanismus, Okkultismus und extrem rechter Ideologie andererseits, verleiht der Szene eine eigene Faszinationskraft. Black Metal umfasst jedoch musikalisch als auch inhaltlich weit mehr als die wiederholt nachgefragten und von einigen Szenegängern nicht selten nur allzu bereitwillig inszenierten Stereotypen.

Black Metal konstituiert sich einerseits als eine ästhetisch häufig provokante und für Außenstehende nur schwierig zugängliche Verbindung von Metal-Musik mit satanischen / okkulten Texten und Bildwerk. Andererseits ist Black Metal eine professionell vermarktete und vor allem durch Berichterstattung in einer Vielzahl von Medien Aufsehen erregende Musik-Szene mit fließenden Grenzen zu anderen Szenen. Aus dem Black Metal der frühen Neunziger haben sich bis heute zahlreiche Variationen und Subszenen entwickelt.

Ursprünglich vor allem in Nordeuropa für Schlagzeilen sorgend, ist Black Metal mittlerweile zu einem festen Bestandteil der weltweiten Metal-Szene geworden, wobei allerdings bei den meisten Aktiven und Hörern die Musik im Vordergrund steht. Das heutige Spannungsfeld der Szene lässt sich an zwei Bands aus dem Ursprungsland des nordischen Black Metal, Norwegen, skizzieren: auf der einen Seite macht die erzkonservative Band Gorgoroth seit Jahren durch Themen wie Gewalt, Blasphemie oder jüngstens einen Streit um Namensrechte von sich reden (also weniger durch ihre Musik), während auf der anderen Seite die Band Satyricon durch ihre relativ innovative Musik stetig mehr Hörer außerhalb der Black Metal Szene gewinnt.

Letzte Aktualisierung ( Freitag, 9. November 2007 )
 

User Comments

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'Durch fokussierte Berichterstattung über Einzelfälle von Kriminalität in der Szene wird diese in der Öffentlichkeit meist als Gewalt verherrlichend und fördernd wahrgenommen.'

Das ist wohl kein Problem, das diesen Musikstil alleine betrifft. 'Sex, Drugs and RocknRoll', rivalisierende Hip Hop-Formationen, drogensüchtige Pop-Ikonen: Kein Musikgernre ist ein unbeschriebenes Blatt.

Veröffentlicht von johannes, An 06/06/2009 bei 19:46

:
'Andererseits ist Black Metal eine professionell vermarktete [...] Szene'

Dieser Satz suggeriert, dass die Aufmachung und die satanische Philosophie nur Show sind und provozieren wollen. Dies ist jedoch nicht der Fall, da das extreme Erscheinungsbild die Botschaft des absolut Bösen unterstreichen soll und eine Abgrenzung zum Alltagsleben darstellt.


:
'[...] auf der einen Seite macht die erzkonservative Band Gorgoroth [...]'

So 'erzkonservativ' sind Gorgoroth gar nicht. Sie haben beispielsweise als eine der wenigen Bands ein professionell produziertes Musikvideo gedreht und hatten auch einige Fernsehauftritte. Es existiert sogar eine Dukomentation über den Sänger Kristian Eivind 'Gaahl' Espedal

Veröffentlicht von Gorthaur, An 01/12/2009 bei 12:50

comment@Blah:

Nein, Mr. Tourette hat Recht!

So, wie die Currywurst zu Deutschland gehört, gehört auch der Black Metal zu Skandinavien.

Alles andere ist Nachahme... wenn ich das schon sehe bzw. höre: Black Metal aus Brasilien! Ich lache!!
Niemand anders ist in der Lage, auf die Art und Weise zu spielen, wie es die Nordeuropäer tun - nichts ist besser bzw. originaler als das Original selbst!
Und keine geografisch anders gelegenen Bands können diesen Klang überzeugend rüberbringen bzw. imitieren, denn sie haben niemals diegleiche Mentalität wie die Skandinavier
- u. a. abhängig vom Klima. Das Klima beeinflusst das Gemüt und somit auch die Spielweise. Black Metal ist aus der Winterdepression (skandinavische Winter = fast permanente Dunkelheit) einiger Musiker entstanden. Sollte man berücksichtigen... insofern hat Mr. Tourette nicht unrecht.

Veröffentlicht von Shadowz, An 10/30/2008 bei 21:00

Hallo, ich will mal auf Sebastian Baumer Bezug nehmen:

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''Stark differenziert ist Black Metal als Stilrichtung in keinem Fall, eher das Gegenteil, also sich stark von anderen Genres differenzierend. Die Musik definiert sich sehr eng, teilweise sogar sehr konservativ in Bezug auf die Einhaltung gewisser Schemata, die es zu befolgen gibt, damit eine Band dem Genre zugerechnet wird. Schon vermeintlich unwichtige Dinge wie zb die Verwendung gewisser Instrumente oder die Spielart des Schlagzeugs können dazu führen, dass eine Band auf keinen Fall mehr als Black Metal wahrgenommen wird.''
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->Zunächst kann sich Musik aus meinem Verständnis heraus nicht selbst definieren. Menschen versuchen Musik zu definieren und zu kategorisieren. Von daher kommt es darauf an, welche Schranken man als Individuum der Musik auferlegt. Für mich sind die unterschiedlichsten Bands dem Black Metal zuzuschreiben.
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Des weiteren widersprichst du dich durch das Bejahen dieser Aussage selbst:
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''Black Metal umfasst jedoch musikalisch als auch inhaltlich weit mehr als die wiederholt nachgefragten und von einigen Szenegängern nicht selten nur allzu bereitwillig inszenierten Stereotypen.''
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''Die „ideologische Aufladung“ ist auch fraglich: Gerade hier spaltet sich das Genre in eine Vielzahl von Ansichten und Gegenansichten bestimmter Bands. Eine einheitliche Ideologie gibt es eigentlich nicht, vielmehr verfolgt so gut wie jede Band andere Ansichten.''
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->Aber ideologisch aufgeladen sind doch die Meisten. Die Formulierung 'ideologisch aufgeladen' impliziert ja nicht, dass sie alle der selben Ideologie folgen...
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''Dass dieses Image eine große Faszination auf die Szenegänger ausübt ist auch sehr fraglich. Meiner persönlichen Meinung nach dient es eher dafür, andere auszuschließen bzw. 'wegzuekeln'. Dem tatsächlichen Black Metal-Fan kommt es doch eher auf die Musik an als auf ein wie auchimmer geartetes 'Image'.''
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->Da habe ich (leider) bisher vor allem gegenteilige Erfahrungen in der Black Metal Szene machen müssen. Der größte Teil der Szene besteht wohl nicht aus 'tatsächlichen Black Metal-Fans'.
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''Fliessende Grenzen gibt es kaum und wenn, dann zu Sub-Genres wie etwa „Progressive Black Metal“, das sich lediglich durch etwas offenere Songstrukturen unterscheidet. Im Gegenteil: Die Black Metal-Szene legt großen Wert auf die Abgrenzung von anderen Genres.''
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->Hier muss ich entschieden Widersprechen. Es gibt sehr wohl fliessende Grenzen. Man höre sich nur einmal die neue ABigor ('Fractal Possession') an. Hier finden sich doch zahlreiche Elemente elektronischer Musik, bzw. des 'Industrial'. Ein anderes Beispiel für einen fliessenden Übergang wäre die Entwicklung der - sehr populären - Band 'Behemoth' von einer Black Metal Band zu einer Band mit stark vertretenen Black- und auch Death Metal Elementen. Und zuletzt möchte ich noch Dissection und Akercocke nennen. Beide Bands spielen bzw. spielten eine Symbiose aus Black- und Death Metal.
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''b) teilweise sehr stark Genre-fremde Elemente in die Musik gebracht haben (Keyboards, Openartige Frauenstimmen etc), die von den meisten abgelehnt wird, womit wir wieder bei dem ersten Kommentar sind.''
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->Keyboards sind doch keine Genre-fremden Elemente im Black Metal. Sie wurden bereits zu Beginn der 2. Black Metal - Welle (um die sich hier ja alles dreht) eingesetzt. Zum Beispiel von Bands wie Enslaved, Satyricon und Emperor. Auch gibt es Einsatz von Frauenstimmen, der nicht von den meisten Black Metal Hörern 'abgelehnt' wird. So zum Beispiel im Song 'Cleansing' auf 'Two Hunters' von 'Wolves In The Throne Room'. Als 'Sellout' kann man diese Band wohl kaum bezeichnen.

Veröffentlicht von Matthias, An 04/21/2008 bei 19:06

Ok... das kann man nicht unkommentiert stehen lassen. Nein, ich selbst gehöre keinerlei „Bewegung“ oder „Szene“ an, aber interessiere mich selbst für diverse Musikgenres, darunter auch dieses hier.

Also:

„Black Metal bezeichnet sowohl einen stark differenzierten, häufig ideologisch aufgeladenen Musikstil als auch die sich damit befassende, ergo musikzentrierte(n) Szene(n).“

Stark differenziert ist Black Metal als Stilrichtung in keinem Fall, eher das Gegenteil, also sich stark von anderen Genres differenzierend. Die Musik definiert sich sehr eng, teilweise sogar sehr konservativ in Bezug auf die Einhaltung gewisser Schemata, die es zu befolgen gibt, damit eine Band dem Genre zugerechnet wird. Schon vermeintlich unwichtige Dinge wie zb die Verwendung gewisser Instrumente oder die Spielart des Schlagzeugs können dazu führen, dass eine Band auf keinen Fall mehr als Black Metal wahrgenommen wird.

Die „ideologische Aufladung“ ist auch fraglich: Gerade hier spaltet sich das Genre in eine Vielzahl von Ansichten und Gegenansichten bestimmter Bands. Eine einheitliche Ideologie gibt es eigentlich nicht, vielmehr verfolgt so gut wie jede Band andere Ansichten.

„Durch fokussierte Berichterstattung über Einzelfälle von Kriminalität in der Szene wird diese in der Öffentlichkeit meist als Gewalt verherrlichend und fördernd wahrgenommen.“

Gewaltverherrlichend ist EIN Wort ;)... aber richtig: Die Öffentlichkeit nimmt es so wahr. Was mir in dem Artikel fehlt, ist eine genauere Auseinandersetzung mit dem, was dahinter steht, sonst klingt das hier zu sehr nach „Praktikant, schreib mal irgendwas über Black Metal“ statt „Soziologische Untersuchung einer Jugendszene“.

„Insbesondere die in den Massenmedien skizzierte Verbindung der Musik mit Kriminalität einer-, mit Satanismus, Okkultismus und extrem rechter Ideologie andererseits, verleiht der Szene eine eigene Faszinationskraft.“

Hier wird es noch schlimmer, denn Du (darf ich Du sagen?) wirbelst Sachen durcheinander, die keinen eigentlichen Bezug haben. Black Metal, der mit rechter Ideologie hantiert, wird in ein Subgenre eingeordnet, von dem sich die meisten Bands und Fans der Stilrichtung massiv abgrenzen. Es findet sozusagen eine braune Unterwanderung statt, die aber dadurch vereinfach wird, dass viele der eigentlichen Black Metal-Bands ihre Musik als etwas sehr elitäres und von allen anderen Genres abgegrenztes wahrnehmen. Selbiges Elitedenken, das aber eigentlich und ursprünglich auf extremem Individualismus aufgebaut ist, bietet natürlich einen Nährboden für die Infektion durch den braunen Sumpf. Satanismus und Okkultismus sind auch nur zu einem relativ kleinen Teil relevant, auch wenn natürlich viele Bands damit spielen und die Medien eben genau das gerne aufgreifen.

Dass dieses Image eine große Faszination auf die Szenegänger ausübt ist auch sehr fraglich. Meiner persönlichen Meinung nach dient es eher dafür, andere auszuschließen bzw. 'wegzuekeln'. Dem tatsächlichen Black Metal-Fan kommt es doch eher auf die Musik an als auf ein wie auchimmer geartetes 'Image'.

„Black Metal umfasst jedoch musikalisch als auch inhaltlich weit mehr als die wiederholt nachgefragten und von einigen Szenegängern nicht selten nur allzu bereitwillig inszenierten Stereotypen.“

Genau.

„Black Metal konstituiert sich einerseits als eine ästhetisch häufig provokante und für Außenstehende nur schwierig zugängliche Verbindung von Metal-Musik mit satanischen / okkulten Texten und Bildwerk.“

Ästhetisch provokant: Manchmal. Das kommt ganz auf die Band an. Auch das ist eher ein Klischee, mit dem die Medien gerne hantieren, das hier übernommen wird. Oftmals zeichnen sich Black Metal-Bands gerade durch höchst Kunstvolles Artwork und Naturlyrik und Ähnliches aus. Ein Bezug zur Romantik (im Sinne der literarischen Epoche) ist durchaus zu finden bei vielen Bands.

„Andererseits ist Black Metal eine professionell vermarktete und vor allem durch Berichterstattung in einer Vielzahl von Medien Aufsehen erregende Musik-Szene mit fließenden Grenzen zu anderen Szenen.“

Fliessende Grenzen gibt es kaum und wenn, dann zu Sub-Genres wie etwa „Progressive Black Metal“, das sich lediglich durch etwas offenere Songstrukturen unterscheidet. Im Gegenteil: Die Black Metal-Szene legt großen Wert auf die Abgrenzung von anderen Genres.

„Ursprünglich vor allem in Nordeuropa für Schlagzeilen sorgend“

Aber nicht wirklich von dort kommend. Der Begriff stammt von der Band Venom (England), die 1982 ein Album namens „Black Metal“ veröffentlichte. Richtig ist aber, dass ein Großteil der bekanntesten und auch besten Bands aus Skandinavien stammen, wo sich das Genre zu einem Eigenständigen entwickelte.

„Das heutige Spannungsfeld der Szene lässt sich an zwei Bands aus dem Ursprungsland des nordischen Black Metal, Norwegen, skizzieren: auf der einen Seite macht die erzkonservative Band Gorgoroth seit Jahren durch Themen wie Gewalt, Blasphemie oder jüngstens einen Streit um Namensrechte von sich reden (also weniger durch ihre Musik), während auf der anderen Seite die Band Satyricon durch ihre relativ innovative Musik stetig mehr Hörer außerhalb der Black Metal Szene gewinnt.“

Jein, das könnte man vielleicht so ausdrücken. Aber das ist kein „Spannungsfeld“. Im Gegenteil: Die meisten Black Metal-Fans, die Satyricon hören, dürften auch Gorgoroth gut finden und umgekehrt. Hinweisen könnte man eher auf Cradle Of Filth oder Dimmu Borgir, die den Black Metal bis in die höheren Ränge der deutschen Charts gebracht und mit anderen Musikstilen vermischt haben und dafür zum Teil große Kritik aus der eigentlichen Szene einstecken mussten, weil sie a) eine eigentlich sich selbst zum „Underground“ rechnende Musikrichtung öffentlich gemacht haben und b) teilweise sehr stark Genre-fremde Elemente in die Musik gebracht haben (Keyboards, Openartige Frauenstimmen etc), die von den meisten abgelehnt wird, womit wir wieder bei dem ersten Kommentar sind.

Danke fürs Zulesen... vielleicht überabeitet ja nochmal jemand den Artikel.

MfG,
Sebastian Baumer
raventhird(at)gmx.net

Veröffentlicht von Raventhird, An 04/08/2008 bei 23:35

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Redaktion Blackmetal

Thor Wanzek

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