| Rituale |
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Legitimiert als Schutz gegen Überwachung und Verfolgung gewinnen viele Treffen der Szene konspirativen Züge: 'Wichtige' Besprechungen etwa im Vorfeld diverser Aktionen finden in 'Hinterzimmern' statt, die Teilnahme ist selbstverständlich zuverlässigen Personen vorbehalten, 'Neulinge' werden auf 'Herz und Nieren' geprüft, denn es könnte sich ja um einen 'Schnüffler' handeln, bedeutsame Inhalte werden am Telefon nicht oder nur verschlüsselt weitergegeben usw. Unzählige Rituale machen aus den Antifa-Gruppierungen eingeschworene Gemeinschaften. Die sich ständig wiederholenden Diskussionen über und Berichterstattungen zu Vorsichtsmaßnahmen haben nicht lediglich instrumentellen Charakter. Vielmehr transportieren und konservieren sie die Vorstellung, von Gesinnungsgegnern umgeben zu sein. Auch sie führen mithin zu einer Verstärkung der Solidarität mit (der jeweiligen) antifaschistischen Gruppe(n), sowie zur dauerhaften Etablierung einer Gruppennorm‚ die sich als Schweigepflicht bezeichnen lässt. Außerdem sollte in die Überlegung einbezogen werden, dass die Inszenierung des 'Geheimhaltungsgebots' den aktiveren Antifaschisten zu einem besonderen (fast privilegierten) Status des 'Eingeweihten' und 'Drahtziehers' gegenüber eher passiven Gruppenmitgliedern oder interessierten Neulingen verhelfen kann. |
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| Letzte Aktualisierung ( Montag, 12. November 2007 ) |
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